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Gemischte Gefühle bei Eltern

Schulschließung wird abgesetzt - erst in Ortsrat

Stadthagen (jl). Bürgermeister Bernd Hellmann (SPD) wird heute nicht seinen Vorschlag für die mögliche Schließung der Wendthäger Grundschule in den Fachausschuss einbringen können. Die Ratsgruppierungen haben sich darauf geeinigt, den Punkt von der Tagesordnung zu nehmen. Als erstes soll nämlich der Ortsrat zu Wort kommen. Erste Stimmen von Elternvertretern spiegeln eine gemischte Gefühlslage wider.

veröffentlicht am 27.11.2008 um 00:00 Uhr

Eine Schulschließung "bricht man nicht mal eben so in einer Woche übers Knie", stellte gestern SPD/FDP-Sprecher Karsten Becker auf Nachfrage fest. Deshalb hat die Gruppe beschlossen, den Tagesordnungspunkt in der heutigen Sitzung nicht zu behandeln. Bereits vorige Woche hatte Gunter Feuerbach für die CDU/BfS signalisiert, heute keine Vorentscheidung fällen zu wollen. Die Ratsparteien werden jetzt dem Ortsrat das Recht der ersten Beratung einräumen, was nach Beckers Worten bei diesem Thema mehr als geboten sei. Denn: "Eine einmal geschlossene Schule macht niemand wieder auf." Becker, Ortsbürgermeisterin Ulrike Koller (SPD) und Schulleiter Heinz Oltrogge meldeten gegenüber dieser Zeitung Bedenken gegen den von Hellmann anvisierten Schließungstermin 1. August 2009 an. "Das hat mich verwundert", betonte Oltrogge und ergänzte, "erst wenn die Schülerzahl weiter zurückgeht, sehe ichdas auf uns zukommen. Einen möglichen Zeitpunkt der Schließung sieht die Ortsbürgermeisterin nicht vor 2011. Erst danach sinken die Schülerzahlen anhaltend. Wobei die beiden Sozialdemokraten nicht nur aufgrund von Prognosen entscheiden möchten. Sie wolle wissen, wieviele Kinder es tatsächlichin Wendthagen gebe, betonte Koller mit Nachdruck. Der Schulelternrat der Grundschule An der Bergkette hat nach den Worten seiner Vorsitzenden Ute Melchior noch keinen Beschluss zur Schließung des Standortes Wendthagen gefasst. Melchior konnte den SN deshalb nur "von Stimmen" zum Thema berichten und von ihrer eigenen Haltung. Als den größten Nachteil einer Schließung empfindet Melchior, dass "dann Erstklässler mit dem Bus zur Schule fahren müssen." Allerdings: Für "den Schulablauf wäre es aber besser", meinte die in Obernwöhren wohnende Elternsprecherin. Melchior verwies darauf, dass die Wendthäger Schüler derzeit zum Sport sowie zu Förderstunden mit dem Bus nach Obernwöhren gebracht werden müssten. Außerdem müssten die Lehrer in den Pausen "wie die geölten Blitze" das Schulgebäude wechseln. Dadurch gehe Unterrichtszeit verloren. Aus Sicht von Wendthäger Eltern wie Bärbel Hanauske stellt sich die Sache anders dar: "Für mich wäre das ziemlich doof", merkte die Mutter eines Kindergartenkindes und eines Grundschülers an. Jetzt könne ihr älteres Kind zusammen mit einem Altersgenossen zu Fuß zur Schule gehen. Hanauske sieht sich schon zwischen Obernwöhren und Wendthagen hin und her flitzen, um da das eine Kind abzuholen, dort das andere hinzubringen -und umgekehrt.



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