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Schon Samuel Aßmanns Vater wurde auf dem Ith geschult

Schule begrüßt 125 000. Zivi

Holzen/Ith (cst). Seit mehr als 37 Jahren diskutieren Zivildienstleistende in einwöchigen Lehrgängen auf dem Ith über politische und soziale Themen.

veröffentlicht am 16.02.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 15:41 Uhr

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Schule auf dem Ith ist

die erste in Deutschland

Jetzt feierte die Zivildienstschule ein besonderes Jubiläum: Schulleiter Rainer Dörnbrack konnte den 125 000. Zivildienstleistenden begrüßen. Der Jubilar heißt Samuel Aßmann und kommt aus dem hessischen Frankenberg. Nur durch einen Zufall wurde er zum „Auserwählten“.

Viel haben die Mauern der Zivildienstschule schon erlebt. 1971 wurde sie als erste ihrer Art im damaligen Bundesgebiet , hoch auf dem Ith gelegen, gegründet. Woche für Woche strömen rund 180 Teilnehmer aus dem nördlichen Hessen, aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen in die ehemalige Kaserne. Im Unterricht informieren die zehn Dozenten und Dozentinnen die Zivildienstleistenden über Rechte und Pflichten des Dienstleistenden. Aber auch Themen zur politischen Bildung stehen auf dem Tagesplan. „Wir regen die Teilnehmer mit politischer Bildung zum stärkeren Engagement in Staat und Gesellschaft an“, so Dörnbrack. Themen wie Globalisierung, Terrorismus und der ewige Krisenherd Nahost stehen zur Auswahl. Letzteren Kurs belegte auch Samuel Aßmann. Der 19-Jährige ist der 125 000. Zivi auf dem Ith. Seinen Dienst leistet er in einer Werkstatt der Lebenshilfe ab. „Die Arbeit mit den Menschen macht mir viel Spaß“, erzählt Assmann. Dieser Grund war es auch, der ihn zum Zivildienst zog. „Für Waffen und Krieg“ habe er „nicht viel übrig“.

„Wer zu spät kommt, den bestraft nicht immer das Leben“, sprach Schulleiter Dörnbrack den verdutzten Kriegsdienstverweigerer vor dem versammelten Kurs an. Als Geschenk überreichte er ihm ein Buch. Samtgemeindebürgermeister Friedrich Mönkemeyer gratulierte ebenfalls zum „125 000. Teil der Erfolgsgeschichte.“ Nach dem Zivildienst zieht es ihn hoch hinaus. „Ich hoffe auf eine Ausbildung als Pilot bei der Lufthansa. Sollte das nicht klappen, studiere ich Pädagogik.“ Schulleiter Dörnbrack wusste noch eine Kleinigkeit zu berichten, die selbst der Kriegsdienstverweigerer nicht wusste: In der selben Schule war schon Samuels Vater untergebracht, als er vor Jahren ebenfalls den Dienst an der Waffe verweigerte.

Auf den gleichen Stühlen werden Vater und Sohn nicht gesessen haben, denn zurzeit heißt es in der Kaserne: „Aus alt mach neu.“ Die Schule wird ausgebaut, sodass in ein paar Jahren der 200 000 Zivi einkehren wird.



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