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Durchstarten kann jeder, auch wenn er lange nicht gelernt hat / Lernen kann auch Spaß machen

Schulabschlüsse sind keine Frage des Alters

Hameln. 51 Frauen und Männer, Teilnehmer des zweiten Bildungswegs an der Volkshochschule Hameln-Pyrmont, waren zu den Prüfungen zum Realschulabschluss angemeldet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 25 Frauen und Männer erreichten den erweiterten Sekundarabschluss I sowie 20 den Realschulabschluss.

veröffentlicht am 30.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 07:41 Uhr

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Die Fachbereichsleiterin Sybille Reuter ist sehr zufrieden und betonte: „Drei Teilnehmerinnen gebührt besondere Anerkennung. Diese Frauen sind dem Schulalter längst entwachsen, haben Familie und Kinder.“

Es handelt sich um die 28-jährige Hamelnerin Maj-Britt Hasse. Sie bekam ihr zweites Kind kurz vor der schriftlichen Prüfung und hat unter diesen besonderen Umständen Hervorragendes geleistet. Sie besuchte den Tageskurs, der sich mit etwa 2000 Unterrichtsstunden über eineinhalb Jahre erstreckte. Ihr Ziel ist eine Ausbildung zur Heilpraktikerin.

Sabrina Streit aus Hessisch Oldendorf hatte sich als Mutter von drei Kindern erst einmal auf ihre eigene Familie konzentriert. Nachdem die Kinder aus dem Gröbsten heraus waren, wollte sie durchstarten. „Ohne die Unterstützung meines Mannes wäre es nicht möglich gewesen, 1½ Jahre jeden Abend nach Hameln zum Kurs zu fahren“, sagt die 32-Jährige. Der Lohn des Fleißes ist der erweiterte Realschulabschluss mit einem Zensurendurchschnitt von 1,6.

Etwas völlig Neues für die vhs war, dass sich eine Mutter gemeinsam mit ihrem Sohn angemeldet hat. Bärbel Steinhof aus Aerzen hatte den Abschluss nicht nötig, sie steht schon jahrelang „ihre Frau“ im eigenen Geschäft. Sie wollte aber ihrem Sohn helfen und dachte sich, „wenn ich alles mitmache, kann ich ihn optimal unterstützen“. Natürlich hatte sie am Anfang ihre Zweifel, ob in ihrem Alter noch solche Leistungen möglich sind oder ob die jungen Leute sie akzeptieren werden. Diese Zweifel zerstoben schnell, man akzeptierte sie nicht nur, die Jüngeren respektierten sie. Sie war es auch, die immer wieder Teilnehmer motivierte, die zwischendurch einen „Hänger“ hatten, nicht aufzugeben und keine Prüfungsangst zu haben. Nun erwarb auch sie den erweiterten Realschulabschluss und meint schmunzelnd: „Die Schule wird mir bestimmt fehlen.“

Sabrina Streit und Bärbel Steinhof waren Teilnehmerinnen des Abendkurses, passend für Menschen, die tagsüber einer Aufgabe nachgehen. In eineinhalb Jahren haben sie in 1500 Unterrichtsstunden gemeinsam gelernt. Um den erweiterten Sekundarabschluss I zu schaffen, haben sie einen besonders guten Notenschnitt erworben. „Mit diesem Abschluss ist es möglich, eine weiterführende Schule zu besuchen und das Abitur zu machen“, berichtet Fred Gorkow.

Allen Personen, die sich mit dem Gedanken tragen, ihren beruflichen Lebensweg mit einem soliden und anerkannten schulischen Abschluss in neue Bahnen zu lenken, ist eine Beratung im Volkshochschulhaus, Sedanstraße 11 durch Sybille Reuter zu empfehlen. Ihre Telefonnummer lautet 05151/948228.



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