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Investition als „Bekenntnis zur Osterstraße“ / Auch altes Domizil wird nicht leerstehen

Schuhhaus Mengedoht „beerbt“ New Yorker

Hameln (CK). Erst Klamotten, dann Autos, demnächst Schuhe: In das Geschäft in der Osterstraße, in dem ehemals „New Yorker“ seine Kleidung überwiegend an Jugendliche verkaufte, zieht neues Leben ein. Wenn alles klappt, hat Anfang Juni das Schuhaus Mengedoht hier sein neues Domizil, das bisher noch schräg gegenüber in der Osterstraße beheimatet ist.

veröffentlicht am 26.04.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Chef vor Ort: Horst Mengedoht ist sicher, dass der Umzug seines

Der Hamelner New-Yorker-Store hatte 1989 in Hameln sein Geschäft mit einer Verkaufsfläche von über 650 Quadratmetern eröffnet, und diese Filiale im Mai 2008 aufgegeben, um in die Stadt-Galerie umzuziehen, wo es 720 Quadratmeter Fläche gibt. Sprecherin Colien Tittmann: „New-Yorker-Filialen befinden sich ausschließlich in besten Lagen wie hochfrequentierten Fußgängerzonen, Innenstadtbereichen und eben Einkaufszentren. Ein Vorteil der Hamelner Stadt-Galerie als Standort ist der Branchen- und Markenmix.“ Auf New Yorker folgte zwischenzeitlich das Autohaus Volvo-Lange, das im Fenster seine Fahrzeuge präsentierte.

Zum demnächst anstehenden Umzug des Schuhhauses sagt Firmenchef Horst Mengedoht, der übrigens auch Eigentümer der Immobilie ist und dessen Großvater Friedrich das Unternehmen einst in Lemgo gegründet hatte: „Wir Facheinzelhändler müssen den Hintern hochkriegen und Flagge zeigen. Dazu gehört auch Mut zum Investieren.“ Wie viel er in das neue Geschäft steckt, möchte er nicht sagen, nur so viel: „Selbst im schlechten Jahr 2009 haben wir in unsere zwölf Filialen investiert und damit Zeichen gesetzt, dass hier Gas gegeben wird.“

Gas geben, das möchte Mengedoht auch weiterhin in Hameln, wobei er seinen Umzug als „klares Bekenntnis zur Osterstraße“ gewertet sehen will. „Wenn wir da stehen bleiben, wo unsere Väter standen, können wir bald den Schlüssel umdrehen“, glaubt der Unternehmer, der sich in vielen Funktionen ehrenamtlich engagiert, so als Aufsichtsrat der Garant AG, einer Schuheinkaufsgenossenschaft, außerdem mehr als 30 Jahre in der Vollversammlung der IHK Lippe-Detmold und zwölf Jahre in deren Präsidium sowie als Mitbegründer des Werbekreises Lemgo und als Mitglied des dortigen Einzelhandelsverbandes.

Mengedoht, der nach eigenen Aussagen „im Schuhkarton geboren“ wurde, setzt im Übrigen auf qualifizierte Mitarbeiter, betont, dass man kein SB-Laden sei. Man ist sich seiner Stärken angesichts der Konkurrenz durchaus bewusst und sieht deshalb auch die Stadt-Galerie lediglich als gute Ergänzung an. Seinen Berufskollegen jedenfalls rät er, „nicht nur zu meckern“. Mengedoth freut sich auf den Umzug ins neue Domizil, das dann mit fast 500 Quadratmetern doppelt so groß sein soll wie das alte – und natürlich schöner.

Einen Leerstand im bisherigen Mengedoht-Gebäude wird es allerdings nicht geben, wie Hausbesitzer Helmut Bernhardt versichert. Er hat den alten Laden bereits wieder neu vermietet, und zwar an die Firma Easy Max GmbH aus Hessisch Oldendorf. Die hat sich auf den Internet-Verkauf spezialisiert und betreibt ihre Geschäfte derzeit noch von einer Lagerhalle in der Nachbarstadt aus. Nach Bernhardts Worten will sie sich künftig auf das Ladengeschäft konzentrieren, vorerst bis Jahresende – solange läuft eigentlich noch der Mengedoht-Vertrag – und später dann auch dauerhaft.

„Das ist uns lieb, damit es keinen weiteren Leerstand in der Osterstraße gibt. Je schneller ein Geschäft hier wieder gefüllt ist, umso besser“, sagt Bernhardt, der die Schließung von Hertie ein paar Häuser weiter als „halben Todesstoß“ für die Osterstraße bezeichnet. Nicht zuletzt deshalb müssen er und andere Immobilienbesitzer auch Abstriche bei den Mieten machen. „Früher waren Preise zwischen 26 und 32 Euro pro Quadratmeter üblich, jetzt muss man etwa 30 Prozent runtergehen, zumal auch die Umsätze fast in der gleichen Größenordnung zurückgegangen sind, wie manche Händler sagen“, macht er das Preisgefüge deutlich.

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