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Vorstand verhandelt / Was wird aus dem Dorfgemeinschaftshaus?

Schützen vor der Zerreißprobe: Fusion und Umzug zur Lieth?

Gelldorf (sig). Die Schützen stehen vor einer Zerreißprobe. Eine Mehrheit von ihnen plädiert dafür, das Dorfgemeinschaftshaus zu verlassen und hoch zur Lieth zu ziehen. Dem Vorstand liegt ein auf den ersten Blick verlockendes Angebot des Obernkirchener Schützenvereins St. Hubertus vor, der wegen zunehmender Überalterung nur noch 30 Mitglieder hat und dringend einen Partner sucht. Dort oben steht dann nicht nur ein vereinseigenes Haus zur Verfügung, sondern es gibt sowohl Luftgewehr- als auch Kleinkaliberstände.

veröffentlicht am 12.02.2008 um 00:00 Uhr

Bernd Adrian

Zunächst hat der Vorstand erst einmal grünes Licht dafür bekommen, in Verhandlungen mit dem Obernkirchener Verein einzutreten. 18 Teilnehmer der Jahreshauptversammlung stimmten dafür, neun dagegen, und weitere neun enthielten sich der Stimme. Vorausgegangen waren hitzige Debatten, bei denen sogar angekündigt wurden, dass mindestens 20 Mitglieder den Verein verlassen würden, falls der Umzug erfolgt. Konsterniert wirkte Ortsbürgermeister Andreas Hofmann angesichts der möglicherweise sehr negativen Perspektiven für das Dorfgemeinschaftshaus. Um dessen Erhalt kümmert sich derzeit ein Trägerverein, zu dem neben den Schützen noch die örtliche Trachtengruppe und der Spielmannszug gehören. Welche Folgen hat das, wenneines der Standbeine wegbricht? Diese Sorge was aus etlichen Diskussionsbeiträgen zu hören. Hofmann: "Die Herren-Toilette ist saniert, jetzt wäre die Sanitäranlage der Damen an der Reihe. Auch der Fußboden soll gemacht werden. Das alles und noch mehr geschieht zum Wohle des Dorfgemeinschaftshauses, ohne dass der Trägerverein zusätzliche Kosten tragen muss. Mit diesem Schritt gefährdet Ihr die Trachtengruppe und den Spielmannszug." Eine Entscheidungüber dieses Vorhaben könne, so das Gemeindeoberhaupt, ohnehin nicht in dieser Sitzung gefällt werden, weil der Punkt nicht auf der Tagesordnung stand. Er machte dem Vorstand außerdem den Vorwurf, dass weder er noch der Trägerverein im Vorfeld über ein solches Vorhaben informiert worden seien.Auf die Seite des Ortsbürgermeisters schlug sich ein anderer Diskussionsteilnehmer. Seine Warnung: "Nach Obernkirchen gehen nur ein paar Aktive, der Rest zieht bestimmt nicht mit." Schriftführer Werner Schumann reagierte gereizt: "Aber hier sind wir in fünf Jahren pleite. Es sei denn, wir werden von den Energiekosten entlastet." Sportschütze Dirk Hanke gab zu bedenken: "Auf dem Stand des St. Hubertus haben wir die für uns einmalige Möglichkeit, auch mit Kleinkaliberwaffen zu schießen. Jeder Verein muss zunächst einmal an sich selbst denken." Schützenchef Michael Schneider wies darauf hin, dass mit dem Obernkirchener Verein St. Hubertus schon eine langjährige Freundschaft besteht. Im Sommer schieße man dort auf dem Kleinkaliberstand. Einige seien sogar schon Mitglied in beiden Vereinen. Die Fusion biete die Chance, ein eigenes Schützenhaus zu bekommen. Der SV Hubertus sei aufgrund seiner Altersstruktur zum Aussterben verurteilt. In diesem Fall würde das Vereinshaus an die Stadt Obernkirchen fallen. Auch die Gelldorfer Schützen hätten, so Schneider, zur Kenntnis zu nehmen, dass ihr Verein sowohl finanziell als auch personell allein nicht mehr lange überleben könne. St. Hubertus müsse für das eigene Haus im Jahr rund 700 Euro Betriebskosten aufbringen. Das sei gemeinsam zu schaffen. Schatzmeister Bernd Adrian beantragte den Schluss der Debatte und eine Abstimmung darüber, ob der Vorstand in Verhandlungen mit dem anderen Verein eintreten dürfe. Das geschah mit dem Ergebnis, dass sich eine Mehrheit diese Chance nicht entgehen lassen will. Die nächsten Wochen versprechen für die Gelldorfer Grünröcke spannend zu werden.



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