weather-image
20°

Schüssel für die Körperpflege

Krankenhagen (who). Es hat einst eine Zeit ohne Wasser aus der Leitung und erst recht ohne Badezimmer in der Wohnung gegeben. Und in genau diese Ära datiert unser Fundstück. Es ist ein Waschgeschirr aus Uromas Tagen, bestehend aus Wasserkrug, Seifenschale und Waschschüssel in einem Ständer. Das Ganze ist sozusagen die Light-Version oder ein früher Vorläufer der heutigen Nasszelle. Von wegen Rundbadewanne mit Sprudeleinrichtung, Whirlpool, Massagedusche, von Thermostaten gesteuerte Mischbatterien und Handtuchtrockner.

veröffentlicht am 09.04.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 31.05.2010 um 12:27 Uhr

Mit solch einer Waschstation fürs Schlafzimmer ließ sich früher

Krankenhagen (who). Es hat einst eine Zeit ohne Wasser aus der Leitung und erst recht ohne Badezimmer in der Wohnung gegeben. Und in genau diese Ära datiert unser Fundstück. Es ist ein Waschgeschirr aus Uromas Tagen, bestehend aus Wasserkrug, Seifenschale und Waschschüssel in einem Ständer. Das Ganze ist sozusagen die Light-Version oder ein früher Vorläufer der heutigen Nasszelle. Von wegen Rundbadewanne mit Sprudeleinrichtung, Whirlpool, Massagedusche, von Thermostaten gesteuerte Mischbatterien und Handtuchtrockner. Uroma und Uropa sind ohne sowas ausgekommen, zwar notgedrungen, aber es ging auch so.

Nur Privilegierte konnten sich bis dato den Luxus eines gesonderten Bades in einem eigens reservierten Raum erlauben beziehungsweise leisten. Weite Teile der deutschen Bevölkerung verfügten sogar bis in die frühen 1960er Jahre allenfalls über die mobile Zinkwanne für das Bad am Samstagabend auf der Diele oder in der Waschküche. Reines Brunnenwasser war, was es heute wieder wird, nämlich kostbares Lebensmittel. Deshalb empfahl es sich, sparsam damit umzugehen und man schickte ganze Familienverbände der Reihe nach zum Einweichen durch ein und dieselbe Brühe, und spülte sich anschließend mit klarem Wasser ab.

Die Prozedur war eher aufwendig und deshalb ans Wochenende verlagert. Bei der täglichen, wenngleich bescheidenen, Körperpflege kam solch ein Raum sparendes Waschgeschirr zum Einsatz, das noch in der kleinsten Schlafkammer Platz gefunden haben dürfte. Nicht zuletzt wegen des Ständers, der auch noch die Waschkommode „auf der Kammer“ einzusparen half, sodass Uroma und Uropa sich leichtestens „untere Arme“ oder sonstwo waschen konnten, ohne sich genieren zu müssen...

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare