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Bundeswehr entsorgt Betonmine / Herkunft unklar: BeiÜbung hinterlassen?

Schrecksekunde bei der Gartenarbeit: Mine gefunden - aber nur Attrappe

Deckbergen (crs). Nicht schlecht gestaunt hat Jens Abel am vergangenen Dienstag: Den Mai-Feiertag wollte der Deckberger dazu nutzen, auf seinem Grundstück einige Bodenlöcher mit Erde auszugleichen - und plötzlich kam in dem eigens hierfür aus der Neelhofsiedlung angelieferten Erdhaufen eine Tellermine zum Vorschein. Nach dem ersten Schreck stellte sich schnell heraus: Die Mine ist eine Attrappe ohne Zünder, "von ihr geht keinerlei Gefahr aus", wie Rintelns Polizei-Chef Gerhard Bogorinsky bestätigt.

veröffentlicht am 08.05.2007 um 00:00 Uhr

Auf den ersten Blick nicht als Attrappe zu erkennen ist die Mine

Nach der wenige Tage zuvor auf der Domäne Coverden entdeckten Handgranate aus dem Zweiten Weltkrieg ist dies der zweite Fund militärischer Kampfmittel in kurzer Zeit. Anders als bei der später gesprengten Granate drohte beim Fund der Tellermine jedoch zu keiner Zeit eine Gefahr: Es handelt sich um eine Übungsmine, für Bundeswehr-Insider problemlos zu erkennen an den Resten blauer Farbe. Ungeklärt bleibt allerdings, wie die Mine ihren Weg in die ansonsten so beschauliche Neelhofsiedlung gefunden hat, von wo die bei Aushubarbeiten angefallene Erde nach Deckbergen geliefert worden war. Für denkbar hält die Polizei, dass die Minenattrappe "irgendwann nach dem Zweiten Weltkrieg" bei einerÜbung von Streitkräften verloren wurde. Wann das gewesen sein könnte, da tappt auch Bogorinsky im Dunkeln: "Das muss schon eine ganze Zeit her sein, ich kann mich an kein Manöver in den letzten Jahren erinnern." Die Familie von Jens Abel hatteübrigens recht lange das zweifelhafte Vergnügen, die Tellermine beherbergen zu dürfen: Am Dienstag wurde sie gefunden, abends noch von der Polizei begutachtet - aber erst am Sonnabend abgeholt, und zwar von der Bundeswehr. Denn die ist zuständig für die Entsorgung, wenn es sich nicht um Kriegswaffen handelt. Der Kampfmittelräumdienst der Polizei tritt nur bei Gefahr in Aktion. Dass die Situation aber ganz offenbar nicht brenzlig war, bewies die gemächliche Reaktion der Bundeswehr: Von der Rintelner Polizei über den Fund informiert, hatten die Soldaten zunächst tagelang nichts von sich hören lassen und ihr Kommen erst auf Nachfrage für Montag angekündigt. Doch da protestierte Jens Abel: "Wir feiern am Sonntag Konfirmation, da soll die Mine weg sein." Denn auch wenn die Familie keine Angst hatte: Ein gewisses Unbehagen blieb. In Erinnerung bleibt Jens Abel auch das Auftreten des Hauptfeldwebels am Sonnabend. Ohne viele Worte ging der Mann zielstrebig zum Fundort der Mine, gefolgt von seinem Fahrer. "Die ist aus Beton", analysierte er rasch, als er die Mine in den Händen drehte. "Wir nehmen die sofort mit." Sprach's, klemmte sich die Mine unter den Arm und fuhr davon. Gut jedenfalls, dass die Mine weg ist, findet Jens Abel: "Wir haben eine sehr schöne Konfirmation gefeiert."

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