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Emotionale Betriebsversammlung

Schott-Mitarbeiter demonstrieren gegen Schließung

Grünenplan (nig). Die Mitarbeiter des Schott-Werkes in Grünenplan wollen gegen die Schließung des Bereiches Ophthalmik in Grünenplan auf die Straße gehen. Die Demonstration ist für heute um 13 Uhr geplant. Treffpunkt ist der Parkplatz am Posthotel Lampe.

veröffentlicht am 01.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 03:41 Uhr

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„Wir können die Schließung nicht tatenlos hinnehmen, auch wenn wir sie wahrscheinlich nicht verhindern können“, meinte Peter Winkelmann, Gewerkschaftssekretär von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie.

Transfergesellschaft startet zum 1. Januar

Vorausgegangen war eine Betriebsversammlung bei Schott, die außerordentlich gut besucht und die von großen Emotionen geprägt war. Immerhin geht es bei der Ophthalmik um ein traditionsreiches Herzstück des Grünenplaner Werkes. Betroffen von der Schließung sind übrigens nicht nur rund 100 Mitarbeiter, wie anfangs von der Unternehmensleitung mitgeteilt, sondern 130. „Es herrscht große Betroffenheit in der ganzen Belegschaft“, sagte Winkelmann. Ein Vorstandsmitglied der Schott AG aus Mainz erläuterte den Mitarbeitern die geplante Bereichsschließung, Werksleiter Georgi steuerte weitere Details dazu.

In der Zentrale in Mainz haben sich Konzernleitung und Betriebsrat auf einen Interessenausgleich geeinigt. In den Verhandlungen ging es nicht nur um die Arbeitsplätze in Grünenplan, sondern auch in den Standorten Jena und Mainz – insgesamt 290 Mitarbeiter sind betroffen.

Kern der Vereinbarung ist die Gründung von Transfergesellschaften an den jeweiligen Standorten. Mit Unterstützung der Bundesagentur für Arbeit soll den betroffenen Mitarbeitern durch Vermittlungs- und Qualifizierungsangebote geholfen werden, in ein neues Arbeitsverhältnis einzutreten. Ein weiterer Vorteil der Transfergesellschaften ist die Möglichkeit, sich aus einem bestehenden Beschäftigungsverhältnis heraus zu bewerben sowie mehr Zeit und längere finanzielle Absicherung für die Stellensuche.

„Durch die beschlossenen Transfergesellschaften sollen betriebsbedingte Kündigungen vermieden und Übergänge möglichst ohne Arbeitslosigkeit geschaffen werden“, erklärte Unternehmenssprecher Klaus Bernhard Hofmann. Die Transfergesellschaften haben eine Laufzeit von einem Jahr und starten zum 1. Dezember, in Grünenplan zum 1. Januar 2010. Der Vereinbarung müssen allerdings noch die Standort-Betriebsräte zustimmen.

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