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Bassins von Tankstelle an Hauptstraße geborgen / Belastung teilweise Vielfaches der Höchstgrenze

Schon wiederÖl: Diesmal bei Ceha-Bock

Bad Nenndorf (fox). Erneut hat die Stadt Bad NenndorfÄrger in Sachen Umwelt. Am ehemaligen Ceha-Bock-Gelände an der Hauptstraße sind von Bauarbeitern Überreste einer Tankstelle gefunden worden. Die Bodenverschmutzung, die von den zwei Tanks ausging, liegt laut Informationen der Unteren Bodenschutzbehörde im Landkreis teilweise um ein Vielfaches des Grenzwertes über dem Toleranzbereich. Die kontaminierte Erde ist inzwischen ausgekoffert worden. Die Tanks wurden von einer Spezialfirma entsorgt. Untersuchungen dauern an.

veröffentlicht am 09.05.2007 um 00:00 Uhr

Die Baugrube am ehemaligen Ceha-Bock-Gelände. In diesem Bereich

Es ist der zweite Fall innerhalb weniger Wochen, mit dem sich die Stadtverwaltung jetzt befasst. Nachdem hinter dem Haus Kassel an der Hauptstraße ölverseuchte Erde ausgebaggert wurde und die Stadt auf den Kosten von rund 30 000 Euro "sitzengeblieben" ist (wir berichteten), hat bis vor wenigen Tagen nur einen Steinwurf weiter das nächste Problem in der Erde geschlummert. Wieder hat der jüngste "Ölfund" am Ceha-Bock-Gelände eine Gemeinsamkeit mit jenem am Haus Kassel: Die Stadt will von der einstigen Existenz der Tankstelle nichts gewusst haben. Ihr ist quasi ein "Kukucksei" ins Nest gelegt worden. Wie Stadtdirektor Bernd Reese mitteilte, hat die Stadt beim Kauf des Geländes an der Fußgängerzone keine Kenntnis von Zapfsäulen an der Stelle gehabt. "Die Eigentümerin hat uns erst nach Vertragsabschluss darüber informiert", sagte Reese. In den Pachtvertrag mit dem Investor Dirk Wilhelm Rahlfs aus Neustadt, der auf dem Gelände ein Wohn- und Geschäftshaus errichtet, ist diese Information jedoch eingebunden worden. Zu der Höhe der Kosten für die Entsorgung des kontaminierten Bodens und der beiden 2000-Liter-Tanks sowie zu Vereinbarungen über eventuelle Aufteilungs-Regelungen zwischen Stadt und Investor im Falle eines Altlasten-Fundes wollte Reese gestern keine Angaben machen. Er will zunächst die heutige Verwaltungsausschusssitzung abwarten und sich dann äußern. "Die Tankstelle hat auf öffentlichem Straßenraum außerhalb des gepachteten Grundstücks gestanden", sagte Rahlfs zu dem Thema. Auch er enthielt sich eines Kommentars zu finanziellen Regelungen, bescheinigte der Stadt jedoch "großzügiges Entgegenkommen" in der Abwicklung. Wie Reese erklärte, hat die Tankstelle einst direkt an der Hauptstraße gestanden. "Damals hat an der Stelle des Ceha-Bock-Komplexes ein Fachwerkhaus mit einem Gemischtwarenhandel gestanden. Autos fuhren zu dieser Zeit noch direkt am Haus Kassel vorbei und auch durch die heutige Fußgängerzone." Kreishaus-Sprecher Klaus Heimann bestätigte: "Es hat eine Tankstelle gegeben. Das Benzin wurde noch mittels einer Handpumpe in die Fahrzeuge befördert." Die Anlage sei 1939 abgerissen worden. Die Überreste hätten Bauarbeiter am 12. April bei Baggerarbeiten zu Tage gefördert. Weil das Erdreich dort intensiv nach Diesel gerochen habe, hätte sich die Baufirma mit der Unteren Bodenschutzbehörde im Landkreis in Verbindung gesetzt. Diese hat laut Heimann prompt reagiert und Bodenproben veranlasst. "Der Wert lag in Einzelproben bei 17 000 Milligramm Kohlenstoff pro Kilogramm Erde", sagte der Pressesprecher. Erlaubt seien je nach dem zwischen 1000 und 5000 Milligramm dieses nachweisbaren Bestandteils von Raffinierieprodukten. Genaue Angaben zur Menge des ausgekofferten Bodens konnte Heimann nicht machen. "Es müssen einige Lastwagenladungen gewesen sein." Die Bodenschutzbehörde warte nun die Rückmeldung von der Deponie in Sachsenhagen ab. Ein hannoversches Gutachterbüro ist derzeit damit beauftragt, weitere Bodenproben von der Fundstelle auszuwerten. Danach sei erst klar, ob weitere Maßnahmen nötigsind. Der Stadt als Grundstückseigentümerin ist sehr daran gelegen, die Sache aus der Welt zu schaffen. Denn wie auch im Fall Haus Kassel birgt der jüngste Ölfund für die Kurstadt eine gewisse Brisanz: die betreffende Stelle liegt nach Landkreis-Informationen im Heilquellenschutzgebiet.



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