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Druckereimuseum auf dem Hefehof hat schwere Buchbinderpresse erworben und restauriert

Schon nach fünf Jahren rappelvoll

Hameln. Erst seit fünf Jahren gibt es das Druckerei-Museum „Die bewegliche Letter“ in Hameln auf dem Hefehof. Doch schon jetzt platzt das junge Museum mit seinen schweren gusseisernen Zeugnissen der Schwarzen Kunst fast aus allen Nähten. „Wer hätte vor fünf Jahren gedacht, dass sich die Idee, in Hameln ein Druckerei-Museum zu etablieren, so toll entwickeln würde“, meinte Vorsitzender Jürgen Seeger stolz in der Mitgliederversammlung des Vereins.

veröffentlicht am 28.02.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 18:41 Uhr

Hauptsächlich Drucker und Setzer aus dem Hause CW Niemeyer frönen hier ehrenamtlich ihrem einst erlerntem Handwerk und können sich vor Anfragen kaum retten. „Es hat sich herumgesprochen, oft werden uns Maschinen und Geräte angeboten. Wir mussten schon einige Angebote aus Platzgründen ablehnen“, bedauert das Vorstandsteam, das auch im Verbund mit anderen Museen im Kreis Hameln-Pyrmont einen Ideenaustausch pflegt. Dieser Arbeitsgemeinschaft haben sich 13 Museen im Landkreis Hameln-Pyrmont auf Initiative des ehemaligen Kreisbrandmeisters Wortmann, der das Feuerwehrmuseum in Emmerthal aufgebaut hat, angeschlossen. Sie bereiten Öffentlichkeitsarbeit für den internationalen Museumstag vor und wollen einen Museumswegleiter im Landkreis entwickeln.

Seeger sagt, dank der aktiven Mitglieder Klaus Baatz, Erich Bunn, Lukas Eikens, Friedhelm Vornhülz, Klaus Wölm, Joachim Wrobel und Giuseppe Martella sei es ihm gelungen, jetzt aus einem Keller einer Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft eine enorm schwere gusseiserne „Bubi-Presse“ in ihre Einzelteile zu zerlegen und über eine Rampe aus dem Keller zu heben und auf einen Transporter zu hieven. Hier im Druckereimuseum wurde die Buchbinderpresse, die einst Schrift und Muster in schwere Ledereinbände gepresst hat, nach den Fotos vor der Demontage wieder Stück für Stück zusammengesetzt. Das neue Schätzchen wurde in der Jahreshauptversammlung des Vereins „Die bewegliche Letter“ den anwesenden Mitgliedern vorgestellt.

Der Verein zählt derzeit 54 Mitglieder. Mit insgesamt 502 Besuchern im vergangenen Jahr gab es einen Besucheranstieg um 15 Prozent im Vergleich zum Jahr 2011. Im Verbund mit dem Hamelner Automobilmuseum auf dem Hefehof veranstaltet das Druckereimuseum beim Ostermarkt und der Oldtimershow auf dem Hefehof regelmäßig öffentliche Druckvorführungen; auch während des Weihnachtsbasars hat das Druckereimuseum seine Pforten geöffnet und zeigt die Entwicklung der Druckkunst anhand der gesammelten Ausstellungsobjekte. Besuchergruppen, die sich angemeldet haben, kamen diesmal außer aus Hameln und Bad Pyrmont auch aus Dresden sowie auch Schulklassen aus der weiteren Umgebung interessierten sich für die ausgestellten Schätze, die bei Führungen auch in Betrieb genommen werden können. Seinen Dank richtete der Vorsitzende an die Firma CW Niemeyer, den Formularverlag, die Druckerei Matzow, die Nordwestdeutsche Hefe- und Spritwerke AG und die Firma Medien 31, die den neuen Internet-Auftritt ermöglicht habe. Ohne deren großzügige Hilfe wäre so manches nicht möglich gewesen.

Die Buchbinderpresse in seiner vollen Schönheit. ul

Gedankt wurde auch dem stellvertretenden Vorsitzenden Jürgen Hilscher für die Unterstützung beim Transport des neuen Ausstellungsstückes von Frankfurt nach Hameln. Die Existenz des Museums wird Touristen in Prospekten der HMT bekanntgemacht. Der Verein zeigte sich am Welttag des Buches im April 2012 mit einer Boston-Tiegel-Handdruckpresse vor der Buchhandlung Matthias und führte am internationalen Museumstag ein Schaudrucken auf dem Hefehof vor. Kassenwart Carsten Wilkesmann musste zwar 1573 Euro weniger Einnahmen als im Jahr zuvor verbuchen, hatte aber zum Jahresende noch 2500 Euro auf dem Vereinskonto. Neben den Mietkosten fielen im vergangenen Jahr nur Materialkosten in Höhe von 62 Euro an, denn „wir machen alles ehrenamtlich“. Kassenprüferin Heidrun Welk betonte lächelnd, „die vier Kassenbelege zu prüfen, war mir eine Freude“. Einstimmig wurde der Vorstand entlastet und wiedergewählt.

Das Angebot, eine Zylinderdruckpresse von A. Hamm, der Vorgängerfirma der heutigen Heidelberger Druckmaschinen, aus Rumänien zu erwerben, wird sich mangels Platzangebot nicht verwirklichen lassen. Aber die Vereinsmitglieder freuen sich schon jetzt, das fünfjährige Bestehen ihres Museums an drei Tagen im Mai ausgiebig mit der Öffentlichkeit feiern zu können. Am Samstag, 11. Mai, beim Gautschfest vor dem Druckereimuseum, und am Sonntag, dem 20. Mai, beim internationalen Museumstag, wird das Druckereimuseum von 11 bis 16.30 Uhr geöffnet haben. ul



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