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Weg hochnehmen und einen Meter versetzen? / Sassenberg: "Wie soll man das dem Bürger erklären?"

Schon gepflastert: Es führt ein Weg ins Nirgendwo

Obernkirchen (rnk). Zwischen Neumarktstraße und Bornemann-Platz soll ein Weg für Fußgänger die beiden Plätze verbinden, um nach dem Wegzug des Aldi-Marktes an das "Rösertor" die Attraktivität des Platzes zu erhöhen. Was in der Theorie einfach klingt, zumal da der weitaus größte Teil dieses Weges schon vorhanden ist, erwies sich im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt als ein Vorschlag, dem Horst Sassenberg (CDU) mit Blick auf die vorgeschlagene Praxis recht fassungslos das Etikett "Schildbürgerstreich" verpasste.

veröffentlicht am 16.01.2008 um 00:00 Uhr

Der Weg zum Bornemann-Platz ist bereits angelegt, nur: Er endet

Der Weg findet sich zu Beginn der Neumarktstraße und wurde vor Jahren angelegt. Er führt rund zehn Meter geradeaus, ehe er rechtwinklig weitere 15 Meter weiterführt: zu einem Grundstück, auf dem eine Bauruine steht. Einst angedacht war der Kauf von einem paar Metern Grundstück, um den Weg dann auf den Bornemann-Platz zu führen. Doch die Verhandlungen über den Grundstücksverkauf scheiterten. Der neue Vorschlag, der im Ausschuss unterbreitet wurde, sieht vor, ein Tor um vier, fünf Meter zurückzuversetzen. Diese Tor steht auf einem Grundstück neben dem Weg und dient einem Zweck, den Tore gemeinhin an sich haben: Es begrenzt ein Grundstück. Würde es zurückgesetzt,. wäre der Weg problemlos auf den Bornemann-Platz zu führen. Als Ausgleich würde die Besitzerin des Grundstückes mit dem Tor den zweiten Teil des bereits verlegten Weges erhalten. Und der Weg selbst würde 15 Meter lang hochgenommen und einen guten Meter weitere nach oben verlegt. Und Sassenberg war konsterniert: "Und wie soll man das dem Bürger erklären?" Denn hier habe die Stadt doch schon Geld ausgegeben: "Zigtausende, um einmal Klartext zu reden." Als der Weg gelegt wurde, so erzählte es die Besitzerin des Nachbargrundstückes, sei ihre Sichtschutzmauer abhanden gekommen. Eine Obernkirchener Baufirma habe die Mauer damals abgerissen, erzählt die Frau. Bürgermeister Oliver Schäfer betonte an diesem Punkt, dass es keine Unterlagen dafür gebe, dass die Stadt diesen Mauerabriss angeordnet habe. Nach längerer Debatte findet sich die gar nicht einmal so fern liegende Lösung: Die Nachbarin wird der notwendige Tor-Bereich einfach abgekauft, der bereits gelegte Weg kann damit bleiben, wo er ist. Zu diskutieren gibt es dennoch noch einige Punkte. So möchte die Nachbarin gerne einen Sichtschutz, schließlich bräuchten die Fußgänger auf dem Weg zum Bornemann-Platz nicht auf ihr Grundstück blicken. Ein Sichtschutz selbst wäre kein Problem, aber da die Fußgänger nicht das Gefühl erhalten sollen, sie werden durch einen Tunnel von der Neumarktstraße zum Bornemann-Platz geführt, könnte er nur auf der einen Seite aufgestellt werden. Und das wiederum würde den Blick unweigerlich auf die andere Seite richten: Dort liegen gleich zwei vor sich hinfaulende Bauruinen. Auf der anderen Seite würde ein Sichtschutz eine sehr schöne Hecke verdecken.

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