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Projektgruppe des Klinikums sucht nach Sparpotenzialen in den Kreiskrankenhäusern

Schöttelndreier: "Alles auf den Prüfstand"

Landkreis/Rinteln (wer). Um das Klinikum Schaumburg aus der Verlustzone zu führen, hat die Kreisverwaltung eine interne Projektgruppe installiert, die Sparpotenziale ausloten soll. "Alles kommt auf den Prüfstand", sagt Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier. "In beiden Krankenhäusern."

veröffentlicht am 01.03.2007 um 00:00 Uhr

Die Prognose für 2007 sieht erneut wenig rosig aus: 813 000 Euro Defizit werden für Stadthagen kalkuliert (ohne Verlustausgleich), 3,6 Millionen Euro für Rinteln. Damit würde sich das Rintelner Defizit zwar verringern, aber auf hohem Niveau. Für 2006 wird im Jahresabschluss ein Minus von 600 000 Euro für Stadthagen und 4,2 Millionen für Rinteln erwartet. Die Projektgruppe, in der Controller, die Verwaltungsleiter, derärztliche Dienst und die Pflegedienstleitung der Krankenhäuser sitzen, soll weitere Synergiepotenziale zwischen beiden Standorten ermitteln, Outsourcing-Optionen prüfen, Fallkosten analysieren und Probleme beim "case- mix", der richtigen Mischung der Fälle, untersuchen. Auch die Vorteile einer "organisatorischen Privatisierung" der Krankenhäuser im Rahmen einer gemeinnützigen GmbH (Gesellschafter wäre der Landkreis) werden durchgerechnet. Zumindest bei Neueinstellungen könnten so Personalkosten gespart werden. Bei Bedarf bemüht die Projektgruppe auch externe Gutachter. Ergebnisse sollen im März oder April präsentiert werden. Ziel des Landkreises ist, ein gemeinsames Budget für beide Krankenhäuser aufzustellen, das Klinikum auch rechnerisch zusammenzuführen. Ein Antrag dafür wurde beim Sozialministerium gestellt. Dort, beim Ministerium in Hannover, steht außerdem noch die Entscheidung über die angestrebte Kooperation der Burghof-Klinik mit dem Rintelner Krankenhaus aus. Geprüft wird bei der Kreisverwaltung derzeit auch, ob sich ein externes, aber an das Rintelner Krankenhaus angebundenes Ärzte-Zentrum, wie es Auetals Bürgermeister Thomas Priemer in Rehren etablieren möchte, rechnen wird. Der Vorteil liegt in verbesserten Steuerungsmöglichkeiten: Mehr Patienten könnten nach Rinteln und nicht in andere Krankenhäuser eingewiesen werden. Eine Chance, die Fallzahlen zu steigern. Nach dem Krisenjahr 2005 hat sich die Auslastung in Rinteln stabilisiert, zum Teil deutlich verbessert. Die Gynäkologie verbuchte 2006 315 Fälle, eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr (269 Fälle), das im Zeichen der Geburtshilfe-Schließung stand. Seit den Sommerferien sei eine Trendwende erkennbar, sagt Verwaltungsleiterin Tatjana Daum, die optimistisch ist, in diesem Jahr das Niveau von 2004 (404 Fälle) zu erreichen. In der Chirurgie wurden 1816 Fälle gezählt, 2005 waren es 1807, 2004 allerdings 1954. Die nur leicht verbesserte Jahresbilanz zeigt kaum den deutlich positiveren Trend der letzten Monate: Der neue Chefarzt hat prompt für steigende Fallzahlen gesorgt, die Tendenz zeigt auch für 2007 nach oben. Die Innere Abteilung verbuchte im vorigen Jahr 3197 Fälle, 2005 waren es 3205 (2004: 3395). Der Rückgang auf 2005 resultiert vor allem aus Verlagerungen in den ambulanten Bereich.

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