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Armeeabzug hat wirtschaftliche Folgen / Nachnutzung der Kaserne unklar

Schock für Hameln: Briten ziehen schon 2014 ab

Hameln. Nun geht es doch viel schneller als erwartet: Die letzten britischen Soldaten werden bereits im Sommer 2014 aus Hameln abziehen. Der britische Verbindungsoffizier Ian Grant hat in einem Schreiben an die Hamelner Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann mitgeteilt, dass die Auflösung des in der Rattenfängerstadt stationierten „28. Engineer Regiments“ bereits in anderthalb Jahren geplant ist. Ursprünglich war der Abzug auf Oktober 2015 terminiert worden. In die seit Jahren dauernde Abzugsdebatte hatte sich auch Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) eingeschaltet, doch auch dessen Vorstöße in London haben den Abzug der Briten am Ende nicht verhindern können.

veröffentlicht am 09.11.2012 um 18:30 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:00 Uhr

Thomas Thimm

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Stv. Chefredakteur zur Autorenseite

Verbindungsoffizier Grant kündigte zwar an, dass „ein geringer Teil des Regiments“ in Hameln verbleiben werde, allerdings nur so lange, bis die britischen Liegenschaften an die Bundesbehörden übergeben worden sind. Das soll spätestens im März 2015 geschehen. Nach Angaben des Verbindungsoffiziers wird die britische Grundschule in Hameln zum Ende des Schuljahres 2013/14 geschlossen.

Lippmann hat mit Bestürzung auf die Mitteilung reagiert: „Das ist ein schwerer Schlag. Die knappe Zeit macht es noch schwieriger, den Aderlass zu verkraften.“ Der Briten-Abzug bedeutet einen erheblichen Kaufkraftverlust für Handwerk und Handel. Für die regionale Wirtschaft gehen fortan Aufträge verloren. „Die Briten haben in den vergangenen Jahren Millionen investiert, die den Handwerksbetrieben in der Region zugutekamen“, sagt die Rathauschefin. So seien zum Beispiel die Kasernen aufwendig saniert worden.

In Hameln sind derzeit noch etwa 470 britische Soldaten stationiert, hinzu kommen etwa 1000 Angehörige und britische Zivilangestellte. Die Armeeangehörigen belegen etwa 340 Wohnungen im Stadtgebiet und nutzen eine Fläche von 240 Hektar an verschiedenen Standorten. Die städtische Verwaltung soll nun „unverzüglich Planungen für eine Nachnutzung der britischen Liegenschaften vorantreiben“.

Einst waren in Hameln 1200 britische Soldaten stationiert. Die ersten Briten, die nach den Soldaten des Kaisers, der Reichswehr und der Wehrmacht am 20. Juni 1945 in den Hamelner Kasernen Quartier nahmen, waren übrigens Schotten. Jahrzehntelang waren die Briten in der Linsingen-Kaserne sowie der Scharnhorst-Kaserne zu Hause, im Jahr 2001 wurde die Scharnhorst-Kaserne geschlossen. In anderthalb Jahren wird das britische Kapitel in Hameln gänzlich geschlossen.

Die Uhr der Briten in Hameln läuft ab: Schon in anderthalb Jahren werden die Soldaten ihren Standort verlassen.

Foto: Wal



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