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Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer zählt rund 100 Silberreiher / Vögel auf Nahrungssuche

Schneeweiße Fischjäger zieht es nach Norden

Steinhuder Meer (rd). Fast 100 Silberreiher sind zurzeit die Sensation am Steinhuder Meer, und sie verzückten bereits die Besucher, die sich zwischen den Festtagen aus dem warmen Haus an das Steinhuder Meer gewagt hatten.

veröffentlicht am 08.01.2007 um 00:00 Uhr

"Die seltene Vogelart taucht seit einigen Jahren zunehmend und regelmäßig bei uns auf. Die Vögel nutzen die ungestörten Bereiche in den Schutzgebieten, um Nahrung zu suchen", erklärt Thomas Brandt, wissenschaftlicher Leiter der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM). Silberreiher seien genau so ausdauernde Fisch- und Mäusejäger wie ihre Verwandten, die Graureiher. "In den neunziger Jahren waren es noch einzelne, jetzt konnten wir bereits zeitgleich fast 100 der südeuropäischen Vögel beobachten", erklärt Brandt. Das Zugverhalten der Vögel bezeichnen Biologen als eher kurios, denn während Zugvögel in den Wintermonaten in der Regel nachSüden ziehen, treibt es die vornehmlich in Südeuropa brütenden Silberreiher nach Norden. Die nächsten Brutplätze der Silberreiher liegen nach Auskunft der ÖSSM in den Niederlanden und - in südlicher Richtung - am Neusiedler See in Österreich. In Deutschland brüten die großen Vögel bislang nicht. Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts waren die Reiher weltweit beinahe ausgerottet worden. Schuld daran war die damalige Hutmode. Millionen der schönen Schmuckfedern, die die Silberreiher zur Brutzeit tragen, endeten auf Frauenhüten. Nach der Unterschutzstellung erholten sich die Bestände, und heute bringen die Vögel ein wenig südeuropäischen Flair an das Steinhuder Meer. Beobachten kann man die seltene Vogelart vor allem von den Beobachtungstürmen am Steinhuder Meer. "Der beste Platz ist aktuell der Aussichtsturm am Ostufer des Sees, der über Großenheidorn zu erreichen ist. Dort sammeln sich die weißen Reiher vor allem am Spätnachmittag, um von dort aus ihren Schlafplatz anzufliegen. Die Vögel sind außergewöhnlich scheu. Darum sollte man die Wege nicht verlassen und auf die Vögel, die sich auch gern auf den Wiesen aufhalten, nicht zugehen, empfiehlt Brandt. Hunde, so bitten die Naturschützer, sollte man rechtzeitig an die Leine nehmen.



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