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Nienstädt wartet seit Mitte Dezember auf Reaktion der Telekom

Schnecke auf der Daten-Autobahn

Nienstädt (jcp). Von der Telekom "hinterm Mond" gelassen, so fühlt sich Nienstädts Bürgermeister Gerhard Widdel. Bei einer Bestandserfassung zur DSL-Versorgung waren Ende vergangenen Jahres 1100 Nienstädter Haushalte angeschrieben worden. Das Ergebnis: eine Unterversorgung, über die sich einige Bürger nicht mal im Klaren zu sein schienen - weil sie dem von der Telekom gegebenen Versprechen vom Surftempo mit "DSL 6000" einfach vertrauten.

veröffentlicht am 10.01.2008 um 00:00 Uhr

Fühlt sich von der Telekom im Regen stehen gelassen: Nienstädts

Auf dem Fragebogen war unter anderem Auskunft darüber verlangt worden, mit welcher Übertragungsrate Nienstädter DSL-Kunden surfen. Bürgermeister Widdel hat eine Karte, auf der eingezeichnet ist, wo Bürger glaubten, sie bewegten sich mit dem vertraglich vereinbarten "DSL 6000" im Netz. "Die haben sich ganz schön getäuscht", so Widdel. Denn der Bürgermeister hat mit Hilfe des Internet-Dienstes www.speedmeter.de herausgefunden, dass in Nienstädt aufgrund der technischen Gegebenheiten niemand mit mehr als 700 kbit pro Sekunde auf der Daten-Autobahn unterwegs sein dürfte. "Zusätzlich brisant wird diese Unterversorgung dadurch, dass wir hier in Nienstädt ein Gewerbegebiet haben. Und in der Wirtschaft läuft doch heute fast alles überden Computer und das Internet", klagt Bürgermeister. Im Juli 2007 hatte der Arbeitskreis DSL der Samtgemeinde Nienstädt auf eine Anfrage bei der Telekom noch ein recht brüskes "In der Samtgemeinde Nienstädt ist der Ausbau nicht wirtschaftlich" als Antwort bekommen. Bei einer Informationsveranstaltung im November in Hiddenserborn hatten die Vertreter der Telekom dann aber eine baldige Wirtschaftlichkeitsanalyse der Mitgliedsgemeinden Helpsen, Hespe, und Seggebruch zugesichert. In einem Schreiben des Sprechers des Arbeitskreises DSL, Ditmar Köritz, an die Telekom vom 13. Dezember vergangenen Jahres heißt es weiterhin: "(...) wurde die Verwaltung darüber hinaus beauftragt, auch für die Mitgliedsgemeinde Nienstädt eine Verbesserung der DSL-Versorgung zu ermöglichen." Köritz würde daher die Telekom darum bitten, "auch diesen Bereich zeitnah zu untersuchen und (...) die Möglichkeiten zur Verbesserung der DSL-Versorgung in der Mitgliedsgemeinde Nienstädt zu ermöglichen". Bisher hat die Telekom nicht auf das Schreiben geantwortet. Um ohne Beteiligung der Kommunen von der Telekom als "ausbauwürdig" erachtet zu werden, müssen dem Unternehmen in Nienstädt so viele Neukunden zugesichert werden, dass sich die Investition für den Kommunikationsriesen lohnt. Der Bürgermeister hofft jetzt auf die Bewilligung eines ihm bekannten Richtlinienentwurfs, nach dem das Land Niedersachsen die Förderung von Projekten entscheiden kann, "die der Schaffung oder Verbesserung eines Zugangs zu einer breitbandigen elektronischen Kommunikation in solchen Gebieten dienen, die wegen unzureichender kommerzieller Anreize unberücksichtigt geblieben sind".



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