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Staatsanwaltschaft zu Auktions-Ermittlungen

"Schnäppchenjäger" nicht im Visier"

Bückeburg (rc). Aufgrund nicht abreißender Meldungen, wonach Auktionsangebote von einem Euro auf strafbar erlangte Gegenstände hindeuten und sich die Kunden des Internetanbieters eBay daher bei der Teilnahme an einer solchen Versteigerung des Verdachts der Hehlerei aussetzen sollen, sieht sich die Staatsanwaltschaft Bückeburg zu einer Klarstellung veranlasst.

veröffentlicht am 28.03.2007 um 00:00 Uhr

Den Staatsanwälten seien die Gepflogenheiten bei eBay selbstverständlich bekannt. Es sei aber nicht die Höhe des Startangebotes von einem Euro, dass die Kunden des inzwischen zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilten VW-Mitarbeiters hätte misstrauisch machen müssen. Ausschlaggebend für die Einleitung von Ermittlungsverfahren sei vielmehr, dass es sich bei der von ihm versteigerten Ware um besonders hochwertiges "Profi-Werkzeug" handelte. Gewöhnlich sei dies - zu entsprechenden Preisen - nur in Fachgeschäften erhältlich und für die Abnehmer vor allem dann interessant, wenn die Möglichkeit einer beruflichen Nutzung besteht. Schließlich habe der private Anbieter behauptet, die zuvor gestohlenen Gegenstände seien "originalverpackt". Wegen dieser zahlreichen Indizien sei die Staatsanwaltschaft kraft ihres gesetzlichen Auftrags verpflichtet gewesen, dem konkreten Anfangsverdacht einer Hehlerei in insgesamt 245 Fällen nachzugehen. Während der Ermittlungen wird noch zu prüfen sein, welche Vorstellung jeder einzelne Erwerber über die Herkunft des für ihn so günstigen Werkzeugs hatte. Die Staatsanwaltschaft: "Auf harmlose Schnäppchenjäger ist der Sachverhalt nicht allgemein übertragbar."

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