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Zwei-Höfe-Ansiedlung mit wechselvoller Geschichte / Germanische Ursprünge

Schmucke Holztafel erinnert an 750 Jahre Hevezhusen und Hevesen

Hevesen (bus). Im heute zu Meinsen-Warber gehörenden Bückeburger Ortsteil Hevesen erinnert seit Anfang des Monats eine schmucke Holztafel an das im vergangenen Jahr gefeierte 750-jährige Bestehen. Zur Enthüllung der vom Holzschnitzer Günter Mienert angefertigten Tafel waren außer den Bewohnern der Zwei-Höfe-Ansiedlung (mit Ernst Meier und Ludwig Pohl an der Spitze) und einigen Nachbarn Ortsbürgermeister Rudi Beier und Dr. Roswitha Sommer erschienen. Sommer hatte 2007 während der Jubiläumsfeier die geschichtlichen Hintergründe Hevesens erh ellt.

veröffentlicht am 17.07.2008 um 00:00 Uhr

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Der von Historikern auch mit Heuetzesen, Heuecesen, Hevetzen, Heuesenn, Heuessenn und Hevessen bezeichnete Ort verdankt seine erste urkundliche Erwähnung Graf Ludolf von Roden, der mit Datum vom 24. Juli 1257 den Verkauf eines Hofes "zu Hevezhusen" durch den Lehnsträger Ludwig von Bardeleben an das Stift Obernkirchen bestätigt. Dass hier schon sehr viel früher, womöglich bereits in germanischer Zeit, Menschen siedelten, steht unter Experten außer Zweifel. Die früheste Nachricht über einen Hofinhaber liefert das Rechnungsbuch des Stiftes, das 1475 einen "Meier Nolte Schulte" erwähnt. Von zwei Inhabern - Warneke Dehne und Warneke Hartmann - ist erstmals 1533 die Rede. 1616 werden Gercke Quitte und Johann Everding als Besitzer genannt. Sie bestellen jeweils 60 Morgen und sind dem Stift, der Propstei Obernkirchen und Schloss Bückeburg zu Abgaben verpflichtet. Der seinerzeit regierende Fürst Ernst erhält unter anderem jedes Jahr ein Rauch- und ein Fastelabenshuhn. Das Karnevalsgeflügel hatte im 30-Jährigen Krieg nicht viel zu lachen. 1639 hatten die Heveser zusammen nur noch 18 Morgen unter dem Pflug, ein Jahr darauf brannten plündernde Soldaten einen der beiden Höfe nieder. Nachdem sich die fleißigen Bauern recht zügig von den Folgen der Kriegslasten erholt hatten, gab es 1741 eine Zäsur: Johann Heinrich Everding musste wegen turmhoch aufgeschichteter Schulden seinen Hof an Heinrich Prasuhn aus Selliendorf verhökern. Erst im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts waren die Heveser einigermaßen aus dem Schneider, wovon eine rege Bautätigkeit zeugt. Als Fürst Georg Wilhelm anno 1845 das "Gesetz zur Ablösung der dem Ackerbau so nachteiligen Zehnten und anderer Reallasten" erlassen hatte, zählten Carl Wilhelm Meier (Hevesen 1) und Carl Wilhelm Prasuhn (Hevesen 2) zu den ersten, die - vom Drang nach Freiheit und Unabhängigkeit beflügelt - den jetzt möglichen Freikauf in Angriff nahmen. Am 1. September 1937 hatte die Eigenständigkeit der Gemeinde Hevesen ein Ende. Das Grundbuchblatt wurde geschlossen und auf das Grundbuch Warber umgeschrieben. Aus Hevesen 1 wurde Warber 1a, aus Hevesen 2 Warber 2a. 1974 erfolgte die Eingliederung Warbers in die Stadt Bückeburg. Dass die Heveser bis auf den heutigen Tag ebenso gerne geben wie nehmen, stellte Ortsbürgermeister Rudi Beier im Verlauf der Tafel-Enthüllung auf die Probe und unter Beweis: Beier überreichte ein überschaubares Geldgeschenk und erhielt im Gegenzug einen für alle Anwesenden üppigst ausreichenden Imbiss..



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