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Gutachter legt nach Brandstiftungen Bericht vor / Spur eines Benzinkanisters führt nach Stadthagen

Schlingmühle: Jetzt 500 000 Euro Schaden

Buchholz. Der Gesamtschaden, den die beiden Brandstiftungen vom 13. Februar und 19. März im Inneren der Schlingmühle angerichtet haben (wir berichteten), ist weit größer als zunächst vermutet.

veröffentlicht am 04.04.2007 um 00:00 Uhr

Nährte den Großbrand vom 19. März: Das Bekleidungsdepot des viet

Bislang war die Polizei Bückeburg von 200 000 Euro beim ersten und 20 000 Euro beim zweiten Großbrand ausgegangen. Nachdem nun das Gutachten des Sachverständigen vorliegt, steht fest: "Der Gesamtschaden beläuft sich auf 500 000 Euro", berichtete gestern Hauptkommissar Bernd Tünnermann auf Nachfrage der Landes-Zeitung. Dennoch wollten die Eigentümer, eine vierköpfige GbR mit Sitz in Berlin/Zeuthen, das Objekt wieder herrichten lassen. Derweil laufen die Ermittlungen der Polizei weiter auf Hochtouren. Tünnermann hat den - mutmaßlichen - Betrieb ausfindig gemacht, in dem der Täter beim ersten Mal den 20 Liter fassenden Benzinkanister gekauft hat: "Es handelt sich um einen Zulieferer für Autoteile mit Sitz in Stadthagen", so der Beamte. "Der Kanister war dort sogar im Angebot." Allerdings könne sich in dem Betrieb niemand mehr erinnern, an wen ein solcher Kanister verkauft worden sei - es ist einfach zu lange her. Bei dem 10 Liter-Kanister, der beim zweiten Brandanschlag verwendet wurde, hat sich die vermeintlich heiße Spur inzwischen als kalt erwiesen. Die Kanister, welche die Polizei bei diversen Betrieben in Augenschein nahm, waren alle Baujahr 2006; derjenige, den der Täter benutzte, wurde dagegen 2007 gefertigt. "Da muss jemand eine ganz neue Lieferung bekommen haben", so der Beamte. Parallel zu den Bückeburgern arbeiten die Kollegen vom Staatsschutz weiter an der Frage, ob die - zweite - Brandstiftung einen rechtsradikalen Hintergrund hat. Wie berichtet, waren auf die Fassade der Schlingmühle in der Tatnacht zwei Hakenkreuze und die Parole "Ausländer raus" gesprayt worden. Allerdings: "Bislang", so Tünnermann, "ist keines der in solchen Fällen üblichen Bekennerschreiben aufgetaucht". Da die Beschreibung des Mannes, der in der Brandnacht des 19. März an der Schlingmühle gesehen wurde und Reißaus nahm, nur vage ist, könne derzeit noch niemand als Täter ausgeschlossen werden. "Das", so der Hauptkommissar, "gilt auch für die Eigentümer selbst, deren finanzielle Situation durchleuchtet wird". Immerhin steht ein Großteil der Schlingmühle leer, verursacht Einnahmeausfälle respektive Kosten. Nicht mal den Alptraum aller Feuerwehrleute, nämlich, dass es sich bei dem Täter womöglich um einen aus ihren eigenen Reihen handeln könnte, kann die Polizei derzeit beenden. Wenngleich: "Die Freiwillige Feuerwehr Buchholz hat in ihren Reihen nachgeforscht - ohne Anhaltspunkte dafür zu finden", so Tünnermann. Derweil liegen bei den Anwohnern, die einen dritten Brand um Ostern herum prophezeien, die Nerven blank. "Sie rufen an, melden vermeintlich verdächtige Fahrzeuge auf dem Gelände", sagt der Hauptkommissar. Einer habe sogar den Fund einer "Fackel" angezeigt. Dabei habe es sich aber nicht um ein potenzielles Tatmittel, sondern um "Kinderspielzeug" gehandelt, wie Tünnermann versichert.



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