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"Historischer Ortsspaziergang" führt durch Hohenrode und Strücken / Vom Vierständerhaus zur alten Burgruine

"Schlingborner Musikanten" nach einer Quelle benannt

Hohenrode/Strücken (clb). Diesmal führt der "Historische Ortsspaziergang" quer durch Hohenrode und Strücken. Zwei Dörfer, in denen vor 50 Jahren noch der Fremdenverkehr florierte. Unzählige Touristen von außerhalb wollten ihren Urlaub auf dem Land verbringen. Heute zeichnen sich die beiden Ortschaften vor allem durch ihre Wälder, die Hanglage und ihre Nähe zum Weserufer aus.

veröffentlicht am 12.02.2008 um 00:00 Uhr

Das 1896 erbaute Forsthaus wurde nach dem preußischen Oberförste

Petri- und Andrae-Kirche: Beginn des Rundgangs ist die Hohenroder Kirche, die einer Sage nach im 9. Jahrhundert von einer Edelfrau namens Hildburg gegründet worden ist. Von dieser ersten Kirche ist heute nichts mehr übrig, an ihrer Stelle steht stattdessen der heutige Bau, der im Jahr 1172 durch den Bischof von Minden geweiht wurde. Pfarrhaus: Zweite Station ist das alte Pfarrhaus, das Mitte des 19. Jahrhunderts als traufenähnlicher Bau mit Walmdach errichtet wurde. Seit der Vereinigung der Hohenroder und Extener Gemeinde 2006 befindet es sich heute in Privatbesitz. Dorfladen: Das 1923 gegründete Geschäft in der Hünenburgstraße 3 wurde Ende November vergangenen Jahres nach mehrfachem Besitzerwechsel geschlossen. Am 1. März wird der Laden wieder eröffnen (siehe unten). Reiterhof Schulze-Brandt: Seit Mitte der sechziger Jahre gibt es den Reiterhof an der Hünenburgstraße. 1982 folgte der Bau einer großen Reithalle. Im Sommer werden auch Reiterferien angeboten. Landstraße 5: Das sorgfältig restaurierte Vierständerhaus aus dem Jahr 1775 mit der großen Rosskastanie gehört zu den besonderen Schmuckstücken im Dorf. Landstraße 13: Der einstige Vollmeierhof gehörte im Mittelalter zum Rintelner Nonnenkloster, wird heute jedoch nicht mehr landwirtschaftlich genutzt. Kiesabbaugebiet: Seit 1995 wird der größte Teil der Hohenroder Weseraue durch die Firma Ahe Schaumburger Weserkies abgetragen. In dem 120 Hektar großen Abbaugebiet fördert ein Schwimmbagger den Kies und belädt ein Frachtschiff, welches das Material auf der Weser zur Aufbereitungsanlage nach Engern bringt. Knickkrug: Weiter geht es nach Strücken, zur Gaststätte "Knickkrug". Lange war die Gastwirtschaft mit der Fischerei als Nebenerwerb verbunden und ist auch heute für ihre Fischspezialitäten bekannt. Saarbeck/Großes Siek: Ausgangspunkt der Rodungssiedlung war das kleine Dorf Saarbeck, das wohl nur aus wenigen Höfen bestand. Dieser Siedlungskern befindet sich heute im Bereich der Abzweigung Saarbecker Straße/Im großen Siek. Die Bezeichnung Siek bezieht sich auf die steilen Wege hinauf in die Hangwiesen, die früher unbefestigt waren und nach und nach ausgespült worden sind. Gasthaus Dorfschänke: Im Ortsmittelpunkt von Strücken befindet sich das nach dem Krieg gegründete Gasthaus, das bis 2005 noch durch seine in Hausschlachtung hergestellten Wurstspezialitäten bekannt war. Gasthaus Homberg: Dieses Gebäude besteht seit rund 170 Jahren und brannte 1894 bis auf die Grundmauern nieder. 1908 wurde das Haus durch einen Saal erweitert. Große Heide: Die kargen Böden auf den im 18. und 19. Jahrhundert geschaffenen Rodungsflächen werden heute nur noch als mageres Weideland genutzt. Wasserstelle Wolfskuhle: Auf der Großen Heide befindet sich bis heute eine kleine Hangquelle, die selbst bei großer Trockenheit noch Wasser führt. Hügelgrab: Die beiden Bestattungsplätze oberhalb Strückens sind Relikte der älteren Bronzezeit vor rund 3500 Jahren. Steinbruch: Im Strückener Wald befindet sich ein überwachsener Steinbruch, aus dem vom 18. Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg Steine für den Haus- und Wegebau gewonnen wurden. Wasserwerk Hohenrode: Die Cholera-Epidemie von 1892 in Hamburg gab in Rinteln den Anstoß zum Bau einer zentralen Trinkwasserversorgung, die ab 1902 das Quellgebiet oberhalb Hohenrodes für die Kreisstadt erschloss. Schaumburger Diamanten an der Schlingborner Quelle: Unter Geologen ist das Gebiet des Taubenberges bekannt für die "Schaumburger Diamanten", die im Steinmergelkeuper der Hanglagen zu Tage treten. Es handelt sich um kleine Quarzkristalle, die sich in den Hohlräumen des Kalksteins durch das Eindringen quarzreicher Lösungen ausbildeten. Etwas oberhalb der Wasserwerke befindet sich das kalkhaltige Wasser des Schlingborn, zugleich Namensgeber der "Schlingborner Musikanten". Burgruine: Von der einst mit Steinmauern bewehrten Burganlage oberhalb Hohenrodes sind nur noch Fundamente und eingestürzte Kellergewölbe vorhanden. Erbaut wurde die Hünenburg um 1170 von Graf Konrad von Wunstorf und Roden, der unterhalb der Burg eine Gerichtsstätte besaß. "Wettanzplatz": Im Bereich des heutigen Bürgermeister-Dörjes-Rings befand sich vermutlich im 12. Jahrhundert eine Gerichtsstätte der Grafen Roden. Noch im 19. Jahrhundert hieß diese hoch gelegene Wiesenfläche "Weddanz"-Platz. Forsthaus Dobbelstein: Das 1896 erbaute Forsthaus Dobbelstein am gleichnamigen Weg erhielt seinen Namen nach dem preußischen Oberförster. Kiesgrube Küster: Um 1930 führte eine Lorenbahn den Hang hinunter, unterquerte durch einen Tunnel die Landesstraße und endete in einer Verladestelle an der Weser. Die Bürobaracke des stillgelegten Betriebes ist noch vorhanden. Ehemalige Ziegelei: Zwischen Landstraße und Weser befand sich um 1900 eine Ziegelei, zu der auch das Eckhaus Nummer 45 gehörte. In Hohenrode lebten viele Ziegler, die ihr Geld zumeist als Wanderarbeiter verdienten.

Von der Kirche geht es 11,5 Kilometer durch Hohenrode und Strück
  • Von der Kirche geht es 11,5 Kilometer durch Hohenrode und Strücken bis zur ehemaligen Ziegelei an der Landstraße.


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