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Stadthäger CDU: "Ansehen der Stadt massiv geschadet"

Schirmherrschaft: Hellmann "Elefant im Porzellanladen"

Stadthagen (ssr). "Als Elefant im Porzellanladen" hat sich der Stadthäger Bürgermeister Bernd Hellmann (SPD) nach Ansicht der Stadthäger CDU verhalten, als er das Angebot von Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) abgelehnt hat. Dieser hatte - wie gestern berichtet - offeriert, die Schirmherrschaft über die für morgen geplante symbolische Rückgabe der Bürgerrechte an die jüdischen Naziopfer in Schaumburg zu übernehmen.

veröffentlicht am 08.11.2008 um 00:00 Uhr

Mit der beabsichtigten Menorah-Übergabe und der damit verbundenen symbolischen Rückgabe der Bürgerrechte an die Verfolgten der Nazi-Diktatur "hätte Stadthagen nicht nur bundesweit, nein sogar weltweit im positiven Rampenlicht gestanden", schreibt der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Heiko Tadge in einer Pressemitteilung. "Gerademit der symbolischen Rückgabe der Bürgerrechte, die natürlich keine Rechtsfolgen hat", so Tagde, "wird erstmals ein einmaliger Schritt durchgeführt, der eine bedeutende moralische Wirkung hat." Der CDU-Politiker weiter: "Durch das unglaubliche Husarenstück des Bürgermeisters haben wir jetzt jedoch eine Provinzposse mit massiver, negativer Außenwirkung." Hellmann habe zwar Recht, wenn er sagt, dass der Menorah-Initiator Hasso Neumann kein Mandat der Stadt Stadthagen oder der Projektgruppe gehabt habe, an den niedersächsischen Ministerpräsidenten heranzutreten. "Herr Neumann hat hier aber in guter Absicht gehandelt und erfolgreich zur Ansehensstärkung des Projektes beigetragen", kommentiert Tadge den Vorgang. Die von Hellmann veranlasste Rücknahme der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten "war ebenfalls nicht abgestimmt - weder mit den Ratsfraktionen noch mit den Mitgliedern der Projektgruppe", attackiert Tadge das Stadtoberhaupt: "Durch sein eigenmächtiges Handeln hat Bürgermeister Hellmann dem Projekt und auch dem Ansehen der Stadt Stadthagen massiv geschadet." Egal wie und durch wen die Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten eingeleitet worden sei: "Sie nach der Übernahme einfach auszuschlagen, ist ein Unding." Das "Erinnerungsprojekt" sei bislang als ein von Stadthäger und Schaumburger Bürgern entwickeltes und getragenes sowie vom Rat der Stadt einstimmig befürwortetes Projekt "völlig überparteilich", heißt es in der Pressenotiz. Und weiter: "Es ist zutiefst bedauerlich, dass hier anscheinend entweder persönliches Geltungsbedürfnis des Bürgermeisters, parteipolitische Eifersucht oder eine Mischung aus beidem die hervorragende Idee des Erinnerungsprojektes und den Ruf der Stadt Stadthagen jetzt so beschädigen."



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