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Insolvenzverfahren beim Amtsgericht / Betrieb deckt die Kosten nicht

"Schinkenkruse" in Notlage: Restaurantüber Ostern geöffnet

Luhden/Schermbeck (tw). Das Restaurant Schinkenkruse befindet sich in akuter Notlage:Über das Vermögen der Geschäftsführerin des am Steinbrink ansässigen und 1886 gegründeten Traditionshauses ist am Amtsgericht Bückeburg das Insolvenzverfahren eröffnet worden.

veröffentlicht am 20.03.2008 um 00:00 Uhr

Die Schuldnerin hat einen Ant rag auf Erteilung der Restschuldbefreiung gestellt. Zum Insolvenzverwalter ist Matthias Lehmann (Handsch uh + Lehmann, Bückeburg) bestellt worden. Trotz des aktuell laufenden Verfahrens bleibt die Schinkenkruse - zumindest - über die jetzt anstehenden Osterfeiertage geöffnet. "Wir haben derzeit noch keine gesicherten Erkenntnisse, können daher noch nicht viel sagen", erklärt Rechtsanwalt Olaf Handschuh auf Anfrage der Landes-Zeitung. Das betreffe auch die Höhe der aufgelaufenen Verbindlichkeiten: "Uns liegen noch nicht alle Forderungen vor; die Gläubiger melden sich sukzessive." Insolvenzforderungen können noch bis zum 23. April angemeldet werden. Immerhin steht zumindest fest: "Das Restaurant", sagt Handschuh, "kann die laufenden Betriebskosten nicht mehr tragen". Hauptgläubiger seien die Krankenkassen. Derzeit sei die Kanzlei damit beschäftigt, ein Fortführungskonzept für die Schinkenkruse zu entwickeln. Er rechne damit, dass sein Sozietätskollege Lehmann es am Dienstag oder Mittwoch kommender Woche auf den Tisch legen werde - wenn es denn eine Chance für die Fortführung des Betriebes gibt. Ein möglicher Ansatzpunkt sei dabei, die Personalkosten zu senken; allerdings arbeitet in dem Restaurant, Handschuh zufolge, neben der Familie nur ein Festangestellter sowie mehrere Aushilfen. Fest stehe auch: "Die Schinkenkruse", betont der Jurist, "bleibtüber die Osterfeiertage in jedem Fall geöffnet". Allein schon deshalb, weil zahlreiche Tischbestellungen vorlägen, die nicht mehr rückgängig gemacht werden könnten. Die Schinkenkruse teile das Problem, das so oderähnlich viele alteingesessene Gasthäuser in der Region und darüber hinaus hätten und das weiland auch dem "Alten Forsthaus" in Bückeburg zum Verhängnis geworden sei. "Sie kriegen", sagt Handschuh, "ihre Kosten kaum noch in den Griff". Das nämlich gehe in der Regel nur noch über die "Masse" - sprich über das Akquirieren ganzer Busladungen von Gästen. "Und das wiederum", so der Rechtsanwalt, "ist alles andere als einfach". Seines Wissens nach sei die jetzige bereits die dritte Notlage, in welche die Schinkenkruse seit ihrem Bestehen geraten ist. Handschuh abschließend: "Wir Insolvenzverwalter sind vom Grundsatz her Optimisten und hoffen, dass wir die Schließung einmal mehr verhindern können." Das Regelverfahren bietet unterschiedliche Möglichkeiten zur Sanierung und Fortführung eines Unternehmens. Sie reichen vom Aufstellen eines Insolvenzplanes als Übereinkunft der Beteiligten bis zur völligen Verwertung (Liquidation) des Schuldnervermögens zur gemeinschaftlichen Befriedigung der Gläubiger. Über diese Alternativen wird inder ersten Gläubigerversammlung (Berichtstermin) des Verfahrens entschieden. Berichtstermin ist Mittwoch, 28. Mai, um 10.30 Uhr in Saal 4117 des Amtsgerichts Bückeburg. Dabei werden auch die angemeldeten Forderungen der Gläubiger geprüft.



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