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Modellbau-Club feiert 25-jähriges Bestehen / Ohne Schul-AGs lägen Kähne wohl verwaist im Hafen

Schiff ahoi: Die Kapitäne vom Schlossteich

Rodenberg (ede). Ohne großes Aufsehen hat der Schiffsmodellbau-Club am Sonntag sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Ein großes Fest oder eine "Schiffstaufe" standen nicht auf dem Programm. Stephan Kohnen, seit 1993 Vorsitzender, bevorzugt ruhige Gewässer und lud nicht zu Kommers oder Jubiläumsfeier ein, sondern zum Fahren auf den Schlossteich. Von morgens bis zum späten Nachmittag gaben er und viele Mitglieder gern Auskunft über ihr Hobby. Wer wollte, konnte sich mit Fernsteuerung in der Hand als Kapitän eines Kutters oder einer Yacht versuchen.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 14:28 Uhr

Jeden Sonntag am Schlossteich zu finden: Der Nachwuchs des Roden

Eigentlich war es wie an einem gewöhnlichen Sonntagvormittag zwischen Mai und Oktober, wenn der Schiffsmodellbau-Club seine Schiffe zu Wasser lässt. Allerdings: Ein paar Neugierige mehr lockte der Verein diesmal schon an. Und Interesse war zu spüren. "Manche fragen einem regelrecht Löcher in den Bauch", freute sich Kohnen. Er selber war als Zehnjähriger zum Schiffsmodellbau gekommen: der Onkel hatte dem bastelbegeisterten Neffen ein Schiff geschenkt. So hatte der Vorsitzende viel zu erzählen. Zum Beispiel über die Anfänge des Clubs. Die reichen bis 1982 zurück und sind auf einen Tag im August datiert, als nach einer RoWoKi-Aktion mehr als 100 Kinder ihr Interesse am Schiffsmodelbau bekundeten und die Organisatoren Fred Angerstein vom Stadtjugendring und Bernd Lücke vom CDU-Ortsverband zunächst laut über die Gründung eines Vereins nachdachten undkurze Zeit später dann Taten folgen ließen. Damals schipperten kleine und große Schiffe auf einem von der Feuerwehr am Burgpark angelegten acht mal elf Meter großen Teich, viele Kinder hatten schnell kleine Boote aus Styropor gebastelt. Der Modellbau-Club Stadthagen, der heute mit rund 150 Mitgliedern und weltweit erfolgreichen Wettbewerbsteilnehmern zu den größten und bekanntesten Modellbau-Clubs zählt, ließ seine elektrisch gesteuerten Modellschiffe fahren und zog damit vor allem Kinder in den Bann. Der Rodenberger Verein blieb dagegen klein. Gerade 27 Erwachsene und Jugendliche gehören ihm an, aktiv davon sind nur um die 15. Der Verein habe es nicht leicht, neue Mitglieder zu gewinnen, dabei dürfe jeder, der Sonntags bei den Modellbauern vorbei schaut, eines der Vereinsschiffe fahren lassen, sagt Kohnen. Doch alles umsonst. Werbeaktionen, etwa im Rahmen der RoWoKi, bringen laut Kohnen "so gut wie gar nichts". Einzig und allein die Arbeitsgemeinschaften, die Walter Bschor und Hartwig Witzki in der Stadtschule Rodenberg und am Gymnasium Bad Nenndorf anbieten, würden den Club mit Nachwuchs versorgen. Sonst wären die Schiffe wohl schon verwaist. "Fünf, sechs Neue haben wir jetzt wieder", freut sich Bschor. Für Maximilian Wolff gibt es kaum etwas Schöneres, als ein Schiff zu bauen und dann fahren zu lassen. "Das macht sehr viel Spaß", sagt der Schüler, der in Bschors AG von der 50-jährigen Erfahrung des Modellbauers profitiert und eigenen Aussagen nach eine Menge gelernt hat. Oft benutzen die Modellbauer alte Pläne für ihre Nachbauten. "Manche sind aus den fünfziger und sechziger Jahren", erklärt Kohnen. Manche Modelle erscheinen anderen Mitgliedern so gelungen, dass diese wiederum kopiert werden. Kohnens Kutter "Ben 10" etwa hat auf diesem Wege später eine größere Schwester bekommen, die am Sonntag als "Marie" im Maßstab 1,5:1 neben ihrem Vorgänger anlegen durfte und nicht weniger Aufmerksamkeit auf sich zog als ihr älterer Bruder.

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