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Pisa, Viareggio, Florenz – und eine Landschaft, in der man sich verirren möchte

Schiefer Turm und schönes Land: Wie die Toskana zu verführen weiß

Viareggio / Florenz. Andrea hat das schon oft erlebt. „Die Deutschen erwarten immer eine rassige Italienerin mit langen Beinen und großem Busen, wenn sie meinen Namen hören.“ Andrea aber trägt weder Kleider noch Büstenhalter. Andrea ist ein Mann, Mitte 40 und wohnhaft im schönen Viareggio. Sein Vorname ist in Italien einer der beliebtesten für Jungens. Seine Heimat, die Toskana, liebt er abgöttisch: „Nirgendwo ist es schöner als hier, nirgendwo in Italien und nirgendwo anders auf der ganzen Welt.“ Glaubt man gerne, aber glauben heißt nicht wissen. Soll sich Andrea doch mal ein bisschen Mühe geben als Gastgeber.

veröffentlicht am 12.01.2013 um 04:24 Uhr

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Autor:

Jean LeGrand

Die Größe stimmt schon mal: rund 60 000 Einwohner. Urlaubsreisenden, deren Heimat im Weserbergland liegt, ist Viareggio schon deshalb sympathisch, weil es angenehm übersichtlich ist, dennoch keine Langeweile, sondern Esprit und italienisches Flair versprüht, wie es kaum eine andere Stadt im Stiefelland zu tun in der Lage ist. Wenn das Opernfestival Puccini im Sommer auf der Freilichtbühne am Ufer des Lago Puccini Werke des berühmten Komponisten aufführt, weht ein Hauch von weiter Welt durch die Gassen der Stadt. Nicht weniger als sechs gute Museen – darunter das archäologische Museum und eines für zeitgenössische Kunst – laden zum kulturellen Bummel ein. „Ist nicht schlecht, aber Essen und Trinken, das ist viel besser als Geschichte, das ist unsere Zukunft“, sagt Andrea. Mit der hohen Kultur hat der Handwerker nicht viel am Hut. Lieber genießt er einen Espresso oder zwei in einer Bar an der Corso Giuseppe Garibaldi, um später zum Hafen zu gehen, wo der Wind die Takelage der Boote bespielt. Diesem Lied hört Andrea gerne zu, aber Oper, nein, doch bloß keine Oper…

Dann geht’s raus aufs Land. Andrea fährt stilecht mit einem alten Fiat Punto, wohl wenigstens 14 Jahre alt und nicht besonders gepflegt, Richtung Pisa. „Bevor der Turm umfällt…“, lacht er und gibt Gas. Das graue Band führt über sanfte Hügel, vorbei an silbrig-schimmernden Ölbäumen, leuchtenden Blumenwiesen und goldenen Kornfeldern, die von Zypressen gesäumt werden. Staubige Feld- und Schotterwege führen hier und dort zu abgelegenen Gehöften. Traumhaft breitet sich die Landschaft aus. Es ist erst Mitte April, aber die Sonne hat Kraft und die Toskana verführt mit allerlei Düften. Der Weg nach Pisa wird zur Tour für alle Sinne. Dort angekommen ist’s mit der Ruhe, die eben noch über der lieblichen Landschaft sich bettete, vorbei: Kein schieferes Bauwerk hat jemals die Touristen so sehr in ihren Bann gezogen. „Aha, steht noch. Tja, so sieht er aus, unser Torre pendente.“

Kein Ruhmesblatt für die Baumeister: Zwölf Jahre nach der Grundsteinlegung am 9. August 1173, begann sich der Turmstumpf wegen eines Grundbruches in Richtung Südosten zu neigen. Die Bauunterbrechung – man war ja gerade erst an der dritten Etage angekommen – sollte sich über 100 Jahre hinziehen. „Ist trotzdem hübsch, oder?“, fragt Andrea. Ohne Zweifel. Und wäre er gerade, der Turm, würden sich trotz des beeindruckenden Baustils womöglich kaum Menschen hierher verirren.

Verirren ist ein gutes Stichwort, weil: gut möglich in der pittoresken Toskana. Man will auch gar nicht mehr herausfinden aus dem Grün und Bunt, aus den Wäldern und Wiesen. „Habe ich gesagt: Nirgendwo ist es schöner, nirgendwo in Italien und nirgendwo anders auf der ganzen Welt.“ Andrea gibt Gas und fährt retour. Morgens geht’s nach Florenz.

Leserreise: Dewezet und Pyrmonter Nachrichten laden in Kooperation mit dem Reiseveranstalter Mondial Tours ihre Leserinnen und Leser zu einer Flugreise in die Toskana vom 14. bis 20. April dieses Jahres ein. Im Reisepreis ab 795 Euro pro Person im Doppelzimmer eines guten Mittelklassehotels sind unter anderem die sechs Übernachtungen mit Frühstücksbuffet, Tagesauflug nach Florenz, Stadtrundgang in Viareggio sowie Taxi- und Bustransfer und Flugkosten. Mehr Informationen und Buchungen in den Geschäftsstellen der Heimatzeitungen (Rathausplatz in Bad Pyrmont und Osterstraße in Hameln) sowie unter der bekannten Reise-Hotline der Heimatzeitungen – 0 51 51 / 200-555.

56 Meter hoch und im Jahre 1372 eröffnet: Der schiefe Turm von Pisa ist eines der bekanntesten Bauten Italiens.



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