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Vorfluter auf 1500 Metern verschmutzt / Aue selbst nicht verunreinigt

Schieber vergessen zu schließen: Gülle-Unfall auf Hof Tecklenburg

Zerknirscht: Landwirt Wilhelm Tecklenburg beim Abpumpen der Gülle am Kapellenweg. "Wir haben nichts verschwiegen, sind offen mit dem Malheur umgegangen", entschuldigt sich der Luhdener. Foto: tw Luhden (tw). "Shit happens", sagt der Volksmund. Diesmal ist der Shit auf dem Hof des Landwirts Wilhelm Tecklenburg passiert: "Wir hatten Donnerstag gegen 15 Uhr einen Gülle-Unfall", bedauert der Luhdener. Und ergänzt: "Es war menschliches Versagen, leider ..."

veröffentlicht am 26.08.2006 um 00:00 Uhr

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Was genau passiert ist: "Wir haben noch viel Weizen draußen, wollten gegen 16 Uhr dreschen. Durch den damit verbundenen Stress haben wir zuvor vergessen, den Schieber am Güllebehälter zu schließen", berichtet Tecklenburg. Das Versäumnis sei erst später auf dem Feld bemerkt worden. "Ich habe sofort meine Frau alarmiert, die den Schieber umgehend geschlossen hat - da war aber die Gülle aus der Vorgrube bereits übergelaufen." Marina Tecklenburg verständigte umgehend die Polizeidienststelle in Bad Eilsen, den Landkreis Schaumburg und die Feuerwehreinsatzleitstelle. Nach Schätzung von Polizeioberkommissar Siegfried Kaboth sind "etwa fünf Kubikmeter" Gülle zunächst über den Hof und dann in die Kanalisation geflossen. Immerhin: "In die Aue selbst ist nichts eingetreten", erklärt der Beamte. "Es gab auch kein Fischsterben", versichert Klaus Heimann, Pressesprecher beim Landkreis. Allerdings sei der Vorfluter bis zur Bückeburger Aue in Bad Eilsen auf einer Länge von 1,5 Kilometern verunreinigt worden. Derweil verständigte Tecklenburg den befreundeten Heeßer Landwirt Michael Kastning. Kastning rückte mit einem 20-Kubikmeter-Fass an, der Luhdener selbst mit einem 10-Kubikmeter-Bottich. Am Kapellenweg errichteten die beiden mit Säcken eine Barriere im Kanal, pumpten die talabwärts fließende Gülle in die Behälter. Anschließend wurde der Kanal gespült. Die Feuerwehr Luhden streute die Hoffläche ab. Vorläufiges Ende der Geschichte: Nach Aussage der Polizei kommt auf den Landwirt eine Strafanzeige wegen "unerlaubtem Umgang mit gefährlichen Abfällen" zu.

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