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Scheidung

Wenn sich ein Ehepaar trennt, dann ist das immer eine sehr traurige Geschichte. Da gibt es gegenseitige Vorwürfe, seelische Verletzungen, Traurigkeit und oft auch Hass, dazu Spaltungen, die durch den Freundeskreis und die Familie gehen. Zwei, die schiedlich friedlich auseinander gehen, sind die große Ausnahme.

veröffentlicht am 18.05.2007 um 00:00 Uhr

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Autor:

Heiko Buitkamp

Weil jeder jemanden kennt, der von einer Scheidung betroffen ist - sei es als Geschiedener oder als Kind einer Scheidungsfamilie oder weil er selber betroffen ist - weiß das eigentlich jeder. In der vergangenen Woche wurde vielüber Scheidung gesprochen, egal wo die Menschen sich trafen. Zuhause, bei der Arbeit oder am Feierabend beim Kegeln, denn eine evangelische Bischöfin lässt sich von ihrem Mann scheiden. Das bewegt die Menschen, und die meisten haben Mitgefühl für die Frau und ihren Mann. Schwierig wird es, wenn sich Leuteüber "Scheidung im Allgemeinen" äußern. Dann sind große Argumente schnell bei der Hand: dass die Ehe auf lebenslange Partnerschaft angelegt und vor Gott geschlossen sei und deswegen nicht geschieden werden dürfe, dass, zumal wenn sich eine Bischöfin scheiden ließe, der Fisch vom Kopf her zu stinken beginne und die Kirche schlecht noch länger die Ehe als das einzig biblisch gemäße Partnerschaftsmodell verkaufen könne. Da ist das Wissen um die Schwierigkeit des Einzelfalls schnell vergessen. Es geht nur noch darum, dass der Einzelne sich diesen Zielen unterzuordnen habe. Gerade eine Bischöfin habe Vorbildfunktion. Die Ehe soll also aufrecht-erhalten werden, egal was es den Einzelnen kostet. Dabei ist es doch auch ein Ziel, sein Leben einigermaßen wahrhaftig zu leben, ohne zum Beispiel den falschen Schein einer Ehe aufrechtzuerhalten, die schon längst nicht mehr besteht. Niemand wird einer Bischöfin unterstellen, leichtfertig die Trennung von ihrem Partner zu vollziehen, ohne alles zur Rettung der Partnerschaft versucht zu haben. Für uns Evangelische ist die Ehe kein Sakrament, sie ist nichts Heiliges. Sie ist die staatliche Regelung, wie zwei Menschen und eine Familie geregelt zusammen leben können. Eine gute und heilsame Einrichtung, die den Menschen einen Schutzraum für ihre Beziehung gibt. Wenn eine Ehe auseinander geht, ist das kein Grund zur Verurteilung, sondern für Mitgefühl und dafür, die Betroffenen ins Gebet vor Gott einzuschließen. Heiko Buitkamp ist Pastor der evangelisch-reformierten Jakobi-Gemeinde in Rinteln.



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