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Bei Uhrenbau-Seminaren in Rinteln kann jeder im Laufe eines Tages seinen Zeitmesser selber bauen

"Schaumburg Watch" kennt man auch in Japan

Rinteln (who). Die Zeit an sich ist ein mystisches Phänomen, und seit Urzeiten haben Menschen danach gestrebt, sie zu erfassen und Grenzen zu setzen. Die aufwendigen mechanischen Zeitmesser, die findige Uhrmacher dafür über Jahrhunderte geschaffen und verfeinert haben, sind mindestens ebenso faszinierend.

veröffentlicht am 14.01.2008 um 00:00 Uhr

Dirk Wiench, Unternehmensberater aus Braunschweig, findet in der

Mit seinen wunderschönen Uhren in handwerklich-künstlerischer Tradition ist das Rintelner Unternehmen "Schaumburg Watch" beinahe schon eine Art Wallfahrtsort für Uhrenfreunde geworden - seit vorigem Jahr auch für diejenigen, die ihr mechanisches Wunderwerk unter meisterlicher Anleitung selber zusammensetzen wollen. "Schaumburg Watch" ist unter Uhrenkennern ein Begriff - auch für Dirk Wiench aus Braunschweig. Der Unternehmensberater ist einer der ersten Teilnehmer der Schaumburger Uhrenbau-Seminare des "Schaumburg Watch"-Gründers Frank Dilbakowski gewesen. "Als Sammler interessiert mich beides, die fertige Uhr und wie sie zusammengesetzt wird", erzählt er, während Uhrmachermeister Ulrich Schwarz aus Eisbergen ihn in die Geheimnisse seines Berufes einweiht. Zusammen mit den anderen Uhrenenthusiasten an den übrigen neun Arbeitsplätzen setzt er ein Zahnrädchen nach dem anderen, Federn und den Anker als Herz ein, das der Uhr ihr typisches Ticken verleiht. "Ich persönlich erkenne in dieser Tätigkeit Analogien zu einem funktionierenden Unternehmen", zieht Dirk Wiench die Verbindung zu seinem eigenen Beruf. Und auch für die anderen Teilnehmer scheint die Beschäftigung mit den winzigen Präzisionsteilen unter der Lupe weit mehr als bloßer Seminarinhalt zu sein. Als kreative Entspannung und nicht als nervige Fummelarbeit empfindet es Stefan Busch aus Reutlingen, wenn er bis zum Abend seine erste selbstgebaute Uhr zusammengebaut hat. Dafür ist der Professor für internationales Marketing, der in Bückeburg geboren wurde, eigens für ein Wochenende nach Rinteln gekommen. Peter Klasen dagegen nutzt die Gelegenheit zum "Heimspiel" vor Ort. Der Pensionär und Sammler kleiner Uhren ist begeistert, sein Uhrenbau-Seminar sozusagen frei Haus serviert zu bekommen und versteht, was gestandene Männer daran so zufrieden macht, ihr Uhrwerk selber zusammengefügt zu haben. "Die Klientel für unsere Seminare ist groß, und wir haben Anmeldungen für dieses Jahr aus ganz Deutschland, aus dem europäischen Ausland, und sogar eine große Gruppe aus Japan wollte kommen", freut sich Murat Öszoy, der am Firmensitz Kirchplatz in Rinteln die Termine organisiert. "Weil wir den Seminarbetrieb in Rinteln weiter ausbauen wollen, haben wir im November in Lizenz für Deutschland die Seminarkonzeption des bekannten Schweizer Markenuhrenherstellers Martin Braun übernommen", erläutert Frank Dilbakowski. In Kombination mit den bisherigen Schaumburger Schwanenhals- sowie den Taucheruhren-Seminaren wolle er damit auch den Liebhabern von Großuhren die Möglichkeit zum Selberbauen und Verwirklichen ihres mechanischen Traumes bieten. Kein Wunder, dass inzwischen auch japanische Uhrenfreunde die "Schaumburg Watch" im Reich der aufgehenden Sonne als technisches Kunstwerk feiern. Mit ganzseitigen Anzeigen in Fachmagazinen und in mehreren Tageszeitungen macht dort zurzeit der Vertriebspartner in Nippon auf den Uhrenimport aus der Weserstadt aufmerksam.

Für Professor Stefan Busch aus Reutlingen (l.) bietet das Uhrens
  • Für Professor Stefan Busch aus Reutlingen (l.) bietet das Uhrenseminar bei "Schaumburg Watch" in Rinteln Entspannung pur. Frank Dilbakowski (r.) hat sein Seminarangebot ausgeweitet und zieht Kenner aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland nach Rinteln. Fotos: who


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