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Staatskanzlei-Vertreter erläutert Schwerpunkte der europäischen Förderung 2007 bis 2013

Schaumburg kann mit EU-Geldern rechnen

Bückeburg (se). Künftig gehört das Schaumburger Land zum Fördergebiet der Europäischen Union und kann sich daher berechtigte Hoffnung machen, von den 2,2 Milliarden Euro zu profitieren, die die EU zwischen den Jahren 2007 und 2013 dem Land Niedersachsen zur Verfügung stellt.

veröffentlicht am 18.07.2006 um 00:00 Uhr

Michael Runge

Ein komplexes Thema verständlich darzustellen - dies gelang am Montag im Bückeburger Le Theule Saal Michael Runge, in der niedersächsischen Staatskanzlei zuständig für europäische Strukturpolitik. Mehr als 60 interessierte Gäste hatten den Weg zur von der Konrad-Adenauer-Stiftung ausgerichteten und vom CDU-Landtagsabgeordneten Friedrich Pörtner moderierten Veranstaltung gefunden, um sich von Runge über die Chancen Niedersachsens und insbesondere Schaumburgs auf finanzielle Unterstützung durch die Europäische Union informieren zu lassen. Hintergrund: Im nächsten Jahr beginnt eine neue Förderperiode. DieseChance sollte man nutzen, zumal wegen der EU-Erweiterung auf bald 27 Mitgliedsstaaten "die Mittel für uns in Niedersachsen wohl nie wieder so hoch sein werden", wie Runge hervorhob. Gleichzeitig wies der Referent darauf hin, dass der Landkreis Schaumburg in Sachen EU-Förderung schon seit einigen Jahren "gut aufgestellt" sei. Man habe zwar bisher nicht zum Fördergebiet gehört, durch die Kooperation mit den Nachbarkreisen Hameln-Pyrmont, Holzminden und seit kurzem auch Nienburg aber gleichwohl Wege gefunden, für regionale Vorhaben Geld aus Brüssel zu erhalten. Die wichtigsten Rahmenbedingungen für das im nächsten Jahr startende Programm: - Bewilligte Vorhaben werden zu maximal 50 Prozent von der EU gefördert. - Die Gegenfinanzierung muss nicht allein durch Mittel aus den kommunalen Kassen gewährleistet werden, sondern kann auch durch die Wirtschaft erfolgen. Dies eröffnet die Chancen auf gemeinsame Projekte von öffentlicher Hand und privater Wirtschaft - Durch die Schaffung "regionalisierter Teilbudgets" soll gewährleistet werden, dass nicht nur Großprojekte in den niedersächsischen Ballungszentren, sondern auch Vorhaben im ländlichen oder kleinstädtischen Raum verwirklicht werden können. Anregungen für die Investition der EU-Mittel sind laut Runge in der Staatskanzlei herzlich willkommen: "Wir sind noch nicht auf der Projektebene, sondern auf der Programmebene." Will heißen: Über konkrete Maßnahmen ist noch nicht entschieden worden. Gleichwohl seien der Landkreis Schaumburg und seine Mitgliedskommunen gut beraten, frühzeitig Projekt-Ideen zu entwickeln, um im kommenden Jahr in den Startlöchern zu stehen. Dass man dies in Schaumburg auch so sieht, machten die Ausführungen von Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier und seines Stellvertreters Gunter Feuerbach deutlich. Gemeinsam mit den Nachbarlandkreisen plane man derzeit gemeinsame Projekte in den Bereichen Wirtschaftsförderung, Gesundheitswesen und erneuerbare Energien. Auf einen Sympathie-Bonus wegen des Verlustes vieler industrieller Arbeitsplätze kann der Landkreis Schaumburg allerdings nicht rechnen, wie Referent Runge auf Nachfrage von Pörtner unterstrich: "Es zählt ausschließlich die Qualität der beabsichtigten Projekte. Machen Sie gute Vorschläge, dann haben Sie auch gute Förder-Aussichten."

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