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Roman Slobodjan beim SKR-Turnier / Nur 62 Teilnehmer - "schlecht wie nie"

Schach-Großmeister siegt in Rinteln: "Wichtig ist Laufen und Radfahren"

Rinteln (crs). Das "Internationale Rintelner Schnellschach-Open" hat schon mal bessere Zeiten gesehen: Gerade mal 62 Teilnehmer verzeichneten die Organisatoren vom Schach-Klub Rinteln (SKR) am Wochenende, zu den besten Zeiten waren es durchaus mal 140 gewesen. "Schlecht wie nie", kommentierte denn auch SKR-Vorsitzender Jörg Becker die geringe Resonanz, "die Teilnehmerzahl hätte deutlich höher ausfallen dürfen."

veröffentlicht am 27.02.2009 um 14:18 Uhr

Packende Partien: Gerade gegen Ende des Turniers verfolgen zahlr

Besonders schade: Aus der benachbarten Schach-Hochburg Bückeburg hatte sich kein einziger Schachspieler zum Turnier in Rinteln eingefunden. Spielerstärkster Verein - neben den Gastgebern - war der SC Stadthagen mit zehn Teilnehmern. Unter den 62 Schachspielern waren viele Stammgäste des Rintelner Turniers, überwiegend aus dem norddeutschen Raum, aber auch aus Karlsruhe oder Offenbach am Main. So traurig der SKRüber das geringer werdende Interesse auch war, so zufrieden waren Becker und sein Team mit dem Turnierverlauf: "Gut wie immer" sei die 19. Auflage des Schnellschach-Open im Ernestinum über die Bühne gegangen. "Es war ein sehr schönes Turnier", bilanziert Becker. Und bedankt sich bei den Organisatoren des SKR, insbesondere beim Turnierschiedsrichter Christian Plock, bei der Küchenmannschaft und bei Olaf Köritz, der die EDV-Auswertung der Partien übernommen hatte. Ein besonderer Gast war unter den 62 Teilnehmern des Turniers: Mit Roman Slobodjan aus Magdeburg war ein Schach-Großmeister angereist - von diesen Titeln sind in Deutschland bislang 65 verliehen worden. "Die Teilnahme eines Großmeisters ist für ein so kleines Turnier schon außergewöhnlich", freute sich Becker über den Gast. Durch private Kontakte unter anderem zu Turnierschiedsrichter und SKR-Mitglied Christian Plock war die Teilnahme Slobodjans möglich geworden. Der 1975 geborene Slobodjan ist die Nummer 20 in Deutschland, er wohnt und studiert BWL in Magdeburg. Richtige Konkurrenten hat es für ihn in Rinteln nicht gegeben - aber immerhin: Zwei seiner Spielpartner haben ein Remis erreicht. Mit dem deutlichen Vorsprung von anderthalb Punkten entschied Slobodjan denn auch das Turnier für sich. Besonders die jüngeren Turnierteilnehmer und -zuschauer waren angetan von der Anwesenheit eines Großmeisters: Respektvoll schauten sie Slobodjans Partien zu. Der hatte einen guten Tipp für alle Nachwuchs-Schachspieler: "Viel Sport machen!" Da eine Partie bei größeren Turnieren schon mal sieben Stunden dauern könne, habe der Ausgleichssport für ihn selber eine große Bedeutung: "Radfahren, Laufen, Fußball, Schwimmen - das ist alles sehr wichtig." Gespielt wurde ein Elf-Runden-Turnier nach dem Schweizer System, am Sonnabend sechs Partien, am Sonntag fünf. Da jeder Spieler exakt 30 Minuten Bedenkzeit hatte, dauerte eine Partie maximal eine Stunde. 8 oder 80 - Schach ist ein Sport für jedes Alter. Der älteste Teilnehmer war der 1932 geborene Semen Diskin - und der jüngste Teilnehmer war der 1998 geborene Robin Bentel vom Schachclub Porta. Die Gewinner: Platz eins der Gesamtwertung holte Roman Slobodjan, Erster bei der Jugend wurde Timo Holloway und bester U 14-Spieler war Tim Hartogh.

SKR-Vorsitzender Jörg Becker (r.) gratuliert Großmeister Roman S
  • SKR-Vorsitzender Jörg Becker (r.) gratuliert Großmeister Roman Slobodjan zum Turniererfolg. Fotos: tol
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