weather-image
23°

IT-Hightech-Schmiede freut sich über volle Auftragsbücher / 35 neue Mitarbeiter bis Ende 2009

Scanbull – ein Hamelner Betrieb startet durch

Hameln (roh). Der Trend, der sich für die Hamelner Firma Scanbull Vertical Images AG (Scanbull), bereits während der CeBIT abzeichnete, hat sich auch danach fortgesetzt. So sind die Mitarbeiter derzeit mit der Abwicklung von rund 200 Aufträgen vollauf beschäftigt.

veröffentlicht am 25.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Norbert Zimmermann in der Firmenzentrale am Ostertorwall.

Scanbull hat sich auf das Einscannen von Objekten in dreidimensionaler Darstellung spezialisiert. Von der Planung über die Entwicklung von Hard- und Software bis zur Fertigung und Vertrieb ruht alles in den Händen der Hamelner IT-Hightechschmiede. „Derzeit bauen wir ein Vetriebsnetz mit zirka 90 Partnern in ganz Deutschland auf“, sagt Norbert Zimmermann. Bereits jetzt existiere mit der Produktionsstätte in Bochum, einigen Nebenstellen in Deutschland und den Kooperationen mit Universitäten und Fachhochschulen ein auf den internationalen Markt ausgerichtetes Firmenkonzept.

Kunden gehören zu den Top 500 des Weltmarktes

Rund 70 unterschiedliche Scannervariationen bilden die Produktpalette der Firma. Vom kleinsten Modell, dem ScanBook, das für Objekte bis zu 25 Zentimeter Größe und sieben Kilogramm Gewicht geeignet ist, über verschiedene Tisch-Scanner, dessen größtes Modell knapp zwei Meter große und 250 Kilogramm schwere Objekte verarbeiten kann, gibt es Scanner, die sehr große Gegenstände, wie Häuser, Lkw und Maschinen verarbeiten können. „Wenn Häuser gescannt werden sollen, kommt ein Flugroboter zum Einsatz, und für Autos und Nutzfahrzeuge unser Modell ‚Spider‘“, sagt Zimmermann und beschreibt die Funktionsweise: „Die Kamera ist an einem beweglichen Maschinenarm befestigt und wird automatisch um das Fahrzeug herum geführt.“

15 der zahlreichen Kunden, die in der Regel großen Wert auf Diskretion legen, gehören den Top 500 des Weltmarktes an, darunter Automobil-, Handy- und Elektronikartikelhersteller, aber auch namhafte italienische Textilproduzenten und deutsche Handelsketten. Zimmermann erklärt sich den Run auf die ScanbullProdukte so: „Mit unseren Verfahren ist es möglich, Produkte zum Beispiel im Internet ‚anzufassen‘ und von allen Seiten anzuschauen. Das hat sich nicht nur bei exklusiven First-Class-Internetauktionshäusern bewährt. Studien haben ergeben, dass sich durch eine dreidimensionale Darstellung von Waren eine Umsatzsteigerung von 15 und mehr Prozent erzielen lässt.“

Ein ganz besonderer Clou der Hamelner 3-D-Spezialisten: die Verbindung von Kalibriermustern und den Scanbull-Produkten. Auf einem Stückchen Papier, nicht größer als acht mal acht Zentimeter, werden Daten in Form von schwarzen Punkten abgebildet. Mit der richtigen Software bestückt, zeigt ein Computerbildschirm dann die zuvor eingescannten Produkte. Man muss lediglich eine Kamera auf das Muster richten, und schon erscheint im Raum eine Flasche Whiskey. Mit diesem Verfahren können ganze Produktionshallen „eingerichtet“ werden oder eben auch Schaufensterdekorationen. Um die richtige Lage der Auslage herauszufinden, braucht man also nur die kleinen Papierzettel zu verschieben.

Mittlerweile hat die Firma mehr als 30 Patente angemeldet, vornehmlich das Verfahren selbst betreffend. „Ein mit unseren Produkten erstellter 3-D-Scan hat eine Datengröße von etwa 200 Kilobyte. Eine herkömmliche Fotografie in akzeptabler Größe hat gut und gerne ein Megabyte, und selbst wenn man die Fotografie auf 200 KB verkleinert, dann habe ich auf einem Foto immer nur eine zweidimensionale Darstellung“, sagt der Manager.

Das Thema Sicherheit spielt in diesem Segment der Branche eine große Rolle. Auf der einen Seite hat Scanbull durch ihre Patente verbriefte Urheberrechte, die sie auch kompromisslos geltend macht: „Als wir damals die Produktionshalle in Bochum auf dem alten Nokia-Gelände bezogen, haben wir einen dort noch befindlichen riesigen Rechner gekauft, der heute nichts anderes leistet, als im Internet nach Diebstahl unserer Produkte zu suchen“, so Zimmermann. Pro Tag gebe es allein auf der Internetseite von Scanbull 16 Einbrüche.

Mit den Universitäten arbeitet Zimmermann besonders gern zusammen: „An einer norddeutschen Universität werden derzeit nicht mehr existierende Insekten mit unseren Produkten eingescannt“, sagt er. Ein Laser-Scan würde die uralten und einmaligen konservierten Insekten pulverisieren. „Wir stellen den Studenten unsere Produkte zur Verfügung und bekommen eine Menge Ideen und innovative Anregungen zurück.

Kurz vor der Fertigstellung ist der „Body-Scanner“, der dann – mit 36 gleichzeitig auslösenden Kameras bestückt – bewegliche Objekte, zum Beispiel Menschen und Tiere, einscannen kann. So ist es kein Wunder, dass Scanbull bis Ende des Jahres noch einmal 35 neue Mitarbeiter einstellen wird. „Wir fühlen uns hier in Hameln wohl, und wir haben noch eine Menge vor“, sagt Zimmermann augenzwinkernd.

Auf der Rückseite der Kalibrier-Muster gibt es handschriftliche Notizen, um was es sich bei dem jeweiligen Muster handelt.

Fotos: roh



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?