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Brenn- und Schneidbetrieb zieht Ende 2008 um / Arbeitskräfte können mitkommen

SBS wird nach Bielefeld verlegt - Fusion mit ThyssenKrupp Schulte

Rinteln (wm). Normalerweise sind Fusionen oder Standortzusammenlegungen für Unternehmen eine gute Gelegenheit, um Mitarbeiter "abzubauen" - nicht so beim SBS Brenn- und Schneidbetrieb im Industriegebiet Süd. Ende nächsten Jahres soll nicht nur die Produktion samt High-Tech-Maschinen, sondern auch die komplette Belegschaft von derzeit 30 Mitarbeitern zum neuen Standort nach Bielefeld wechseln.

veröffentlicht am 10.10.2007 um 00:00 Uhr

Seit 1980 wird in der Werkshalle im Industriegebiet Süd geschwei

"Letztlich sei das selbstverständlich die Entscheidung jedes Einzelnen, ob er mitkommt oder nicht, aber das Angebot des Vorstandes ist da", schilderte SBS-Produktionsleiter Rainer Hopf gestern in einem Gespräch. Die Mitarbeiter wissen es seit sechs Wochen. Der Beschluss, das Werk in Rinteln aufzugeben und zu verlegen, ist auf einer Betriebsversammlung verkündet worden. Spontane Reaktion von Mitarbeitern: Bielefeld sei immer noch besser als China oder Polen. Mit ausschlaggebend für das Angebot des Vorstandes, die komplette Belegschaft mit zu nehmen, sei gewesen, erläuterte Hopf, dass es sich um "hochqualifizierte Fachkräfte" handelt. Er selbst ist 65 Jahre alt, wollte eigentlich in den Ruhestand gehen und hat wegen des Standortwechsels bis Ende September 2008 einen Vertrag unterschrieben, damit der Umzug reibungslos läuft. Im Firmenmanagement in Bielefeld bleibt auch sein Sohn Stephan Hopf. Seit 1980 gibt es den Brenn- und Schneidbetrieb im Industriegebiet Süd, zunächst gegründet von sechs Gesellschaftern, die später ihre Anteile an ThyssenKrupp verkauft haben. Dass jetzt das Rintelner Unternehmen nach Bielefeld wechselt und mit der dortigen ThyssenKrupp Schulte GmbH fusioniert, sei eine notwendige Anpassung an die veränderte Situation auf dem Markt, erklärte Hopf. Die Auftragsbücher sind voll, doch gefordert würden von den Kunden, die Maschinen für Straßenbau, Landwirtschaft oder die Automobilindustrie herstellen, zunehmend "einbaufertige Trennzuschnitte", eine komplette Werkstoff-Bearbeitung (Fachbegriff "Anarbeitung"). Diese nach Kundenvorgabe "angearbeiteten" Werkstoffe, geliefert "just in time", können direkt in die laufende Produktion gehen - das spart Geld und Zeit. Und für eine komplette "Anarbeitung" werde die vereinigte Kapazität der Maschinenparks von Bielefeld plus Rinteln gebraucht, auch um "Betriebsabläufe zu optimieren", so Hopf. In Rinteln werden Bleche und andere Werkstoffe mit modernster Technik gestrahlt, für Schweißarbeiten vorbereitet, gewalzt, gekantet, gebohrt, gefräst und Oberflächen bearbeitet. Im Unternehmen Thyssen Krupp Schulte GmbH am Südring in Bielefeld werden nicht nur Werkstoffe wie in Rinteln bearbeitet; angegliedert ist auch ein Handelshaus für Stahl, Edelstahl, NE-Metalle, Rohre und Kunststoffe. Erst 2001 ist in Bielefeld ein neuer großer Komplex in Betrieb genommen worden. Wie lange die 3200-Quadratmeter-Immobilie in Rinteln nach dem Umzug leer steht, ist noch offen. Das Gebäude ist in bestem Zustand. Den Rintelnern wird SBS auf alle Fälle in Erinnerung bleiben, weil sie SBS-Schneidkunst, kombiniert mit der Kreativität von Künstlern weiter vor Augen haben: Friedrich Heißmeyer ließ seine Skulptur "Stille und Klang", die am Weserradweg in der Neelhofsiedlung steht, bei SBS fertigen, Manfred Tiefensee den "Handbaum" und der chinesische Künstler Reng Rong seine "Wächter". Auch die "Max und Moritz"-Skulptur in Wiedensahl stammt aus der SBS-Werkstatt.

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