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"Touristischer Leuchtturm": Landkreis und Betreiber prüfen Optionen zur Öffnung des "Hühnerhofs"

Saurier-Spuren: Wird Abbaufläche verlagert?

Landkreis (crs). Wie hochaktuell das Interesse an uralten Fußstapfen ist, hat der Besucheransturm am Tag des Geotops erahnen lassen: Tausende kamen am Sonntag in die Obernkirchener Sandsteinbrüche, um die 140 Millionen Jahre alten Saurier-Spuren zu bewundern. Weil damit wohl nur der erste Appetit derÖffentlichkeit gestillt sein dürfte, wird hinter den Kulissen schon kräftig an einem Konzept für die künftige touristische Nutzung der als "Weltsensation" gehandelten Fährten gearbeitet. Da allerdings tun sich Probleme auf - denn beide Fährtenplatten liegen im genehmigten Abbaubereich, die untere mitten auf dem Steinbruchgelände.

veröffentlicht am 24.09.2008 um 00:00 Uhr

Noch sehr vage sind die Vorstellungen, wie die Saurier-Spuren zugänglich gemacht werden könnten. Fest steht allein: "Alle Beteiligten wollen eine touristische Öffnung ermöglichen", sagt Landkreis-Dezernentin Ursula Müller-Krahtz - Landkreis, Landesmuseum Hannover und Steinbruch-Betreiber ziehen an einem Strang. Die Entdeckungen hätten das Potenzial, sich zu einem "touristischen Leuchtturm" der Region zu entwickeln. Zur Entwicklung eines entsprechenden Konzepts ist ein Antrag im Rahmen des europäischen Förderprogramms "Leader" in Vorbereitung. Problematisch wird die touristische Nutzung der Dinosaurier-Spuren allerdings für die untere der beiden Fährtenplatten, den sogenannten "Hühnerhof" mit seiner Vielzahl an Spuren verschiedener Saurier-Arten. Diese Platte nämlich liegt mitten auf dem Betriebsgelände des Steinbruchs - und das macht die touristische Erschließung schwierig, im laufenden Betrieb nahezu unmöglich. Also was tun? Für "sinnvoll" hält Müller-Krahtz die Option, die Platte an der Stelle zu erhalten, wo sie seit 140 Millionen Jahren liegt - und hier fürs Publikum zu öffnen. Da eine solche Option parallel zum Betrieb aber nicht funktioniert, will der Landkreis mit Steinbruch-Betreiber Klaus Köster prüfen, ob eine Verlagerung des Abbaus innerhalb des Geländes möglich ist. Als "sehr kooperativ" bezeichnet Müller-Krahtz die Zusammenarbeit mit Köster: "Wir schauen gemeinsam, ob wir einen Ausgleich für die hochwertigen Blöcke schaffen können, noch wissen wir nicht überall, wie der Stein aussieht." Köster selber zeigt sich "zu allen Seiten offen und bereit". Bevor er sich im Detail zum weiteren Vorgehen äußert, möchte er aber "sämtliche offenen Fragen wissenschaftlich klären lassen". Als weitere Möglichkeit käme infrage, die Fährtenplatte auszubauen und an anderer Stelle zu zeigen. Ähnlich war bereits mit dem 1926 im damaligen Steinbruch der Firma Heye entdeckten Fährtenspiegel verfahren worden: Derzeit lagern die 40 Sandsteinplatten mit Saurier-Spuren in der Obernkirchener Zehntscheune, weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit. Allerdings berge der Ausbau das Risiko der Beschädigung, zweifelt Ursula Müller-Krahtz: "Ob das technisch realisierbar ist, weiß ich nicht." Für die obere Fährtenplatte stellen sich diese Probleme nicht: "Kurzfristig" können diese Spuren laut Landkreis zugänglich gemacht werden. Auf Holzstegen sollen Besucher über das vom Steinbruch-Betrieb abgesperrte Gelände zu den Fährten geführt werden; der Zugang erfolgt über eine Treppe von der oberen Abbruchkante. Möglicherweise können die Bauarbeiten noch vor dem Winter veranlasst werden, "spätestens im Frühjahr", verspricht Ursula Müller-Krahtz. Insgesamt sollen die Saurier-Spuren in ein touristisches Gesamtkonzept eingebunden werden, so als Highlight eines Wanderwege-Systems.

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