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Notaufnahme

Sana-Vorfall muss geprüft werden

Zu: „In die Notaufnahme mit Polizei-Hilfe?“, vom 16. Januar
Ist das Abmelden von Krankenhäusern ein Hamelner Problem? Die Abmeldekultur deutscher Krankenhäuser ist sicherlich kein reines „Sana-Phänomen“. Das Sana-Klinikum ist im Vergleich zu anderen Kliniken der Region auch nicht häufiger abgemeldet.

veröffentlicht am 28.01.2020 um 21:03 Uhr

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Wenn Versorgungskapazitäten einzelner Abteilungen erreicht sind, wird eine Abmeldung in Sonderfällen nötig. Unzumutbar sind allerdings häufige und langfristige Abmeldungen von Bereichen, wie zum Beispiel Intensivbetten, aufgrund von Personalmangel. Da muss die klinikinterne Politik hinterfragt werden. Trotz Abmeldung müssen Notfälle behandelt werden. Sowohl das Sana Klinikum, als auch der ärztliche Leiter Rettungsdienst, Dr. J. Meckelburg, bestätigen das. Was an jenem Tag in der Notaufnahme des Sana-Klinikum passiert ist, ist nicht nachzuvollziehen und sicherlich ein massives Fehlverhalten einer Einzelperson. Ich kann mich nicht erinnern, dass sogar der „hauseigene“ Notarzt abgewiesen wurde, sodass das Einschreiten des ärztlichen Leiters Rettungsdienst nötig wurde. Trotzdem darf man nicht verallgemeinern. Die Mitarbeiter des Sana-Klinikums leisten eine gute Arbeit. Patienten nicht annehmen wollen und langwierige Diskussionen kennt jeder Notarzt aus nahezu jeder Klinik. Auch als Klinikarzt sind für Verlegungen teilweise stundenlange Telefonate nötig. Den Unmut des Kollegen Dr. von Storch kann ich mehr als nachvollziehen. Das Sana-Klinikum macht sich in der Pressemitteilung leider auch unglaubwürdig, da laut Bericht der Dewezet besagte Patientin in die Schüchtermann-Klinik Bad Rothenfelde verlegt werden musste. Hier wäre vor einer Äußerung eine genaue Prüfung der Umstände vermutlich besser gewesen. Allerdings bin ich der Meinung, dass die Art der Beschwerde des Kollegen in dieser Form nicht zwingend nötig gewesen wäre und auch über das Ziel hinausschießt. Eine Einschaltung der Geschäftsleitung, des Chefarztes der Notaufnahme und des ärztlichen Leiter Rettungsdienst wäre der erste Schritt gewesen. Ob sich mit der Anzeige der Kollege selbst einen Gefallen getan hat, wage ich zu bezweifeln. Inwieweit die Politik des Hauses hier ursächlich sein könnte, muss intern geklärt werden. Leider fällt dieser negative Beigeschmack nun auf alle Mitarbeiter zurück. Und dass dieser Vorfall, der so auch in anderen Kliniken durchaus passieren kann, medienwirksam aufgearbeitet wird, ist zu erwarten. Den Mitarbeitern, die sehr gute Arbeit leisten, bleibt zu wünschen, dass sie sich davon nicht zu sehr beeinflussen lassen.



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