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Antrag der Firma Franke noch nicht genehmigungsreif

Salzschlacke-Lager: Heftige Kritik von Umweltschützern

Lüdersfeld (jl). "Der Antrag ist nicht so, dass man darauf den Stempel?genehmigt' drücken kann." Diese Position hat gestern Hermann Franke, Leiter der Genehmigungsabteilung beim Gewerbeaufsichtsamt Hannover, zum Thema Salzschlacke-Zwischenlager in Lüdersfeld bezogen. Franke war mit Kollegen zu einer öffentlichen Anhörung auf das ehemalige Schachtgelände gekommen. Er und die Antragstellerin, die Spedition Franke, mussten sich dabei heftige Kritik von Vertretern von Umweltschutzverbänden anhören.

veröffentlicht am 27.09.2006 um 00:00 Uhr

Ziel des Antrags ist die Einrichtung eines Zwischenlagers für maximal 16 000 Tonnen Salzschlacke aus der Aluminiumschmelze in der großen Halle des früheren Schachtes. Die Schlacke soll in einer so genannten Rekalanlage beim Kalibergwerk Bokeloh (Werk Sigmundshall) aufbereitet und endgültig deponiert werden. Die Schlacke ist hoch belastet und darf vor allem nicht mit Feuchtigkeit in Berührung kommen, weil dann Wasserstoff, Ammonium und Methan austreten. Ralf Krupp vom BUND und Manfred Krause vom Lindhorster Nabu waren der Ansicht, dass wichtige Aussagen der Antragstellerin bei der Erörterung sowie nachgereichte Unterlagen nicht mit dem Antrag übereinstimmen. Dabei pochten sie auf ein neu eingereichtes Sicherheitsdatenblatt, das vom ersten stark abweiche und die Neuaufnahme des Verfahrens nötig mache. "Das sieht die Genehmigungsbehörde anders", sagte Franke - wie mehrfach an diesem Vormittag. Die Haltung der Gewerbeaufsicht trifft auch auf die Forderung der Umweltschützer nach einem strengeren Genehmigungsverfahren nach EU-Recht zu, in das die Rekalanlage der Firma K+S in Bokeloh mit einbezogen werden soll. Weil die Firma Franke Antragsteller sei und weil die Voraussetzung -eine Lagerzeit von mehr als einem Jahr - für das strengere Verfahren fehlte, gehe es nur um das Lüdersfelder Vorhaben. Immer drehte sich die Diskussion um einen Ernstfall, ein Feuer in der Halle und dessen Bekämpfung. Schlacke und Beton könnten nicht brennen, machten Antragsteller Dirk Franke und ein Mitarbeiter seines Auftraggebers K+S deutlich. Das Misstrauen bei Behördenvertretern und Kritikern blieb, bis Elke Baum-Schuba, die Brandschutzbeauftragte des Landkreises, ein Machtwort sprach. Sie werdeein Brandschutzgutachten in Auftrag geben. Die Vorgaben im Sicherheitsblatt seien ungenügend. Während die Kritiker bis zum Schluss bei ihrer Haltung "nicht genehmigungsfähig" bleiben, war sich der zuständige Mann von der Gewerbeaufsicht sicher, dass der Antrag der Firma Franke per so genannter Nebenbestimmungen "in Form" gebracht werden kann. Das wird nach seinen Worten noch einige Wochendauern.

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