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Alte Lagerhalle wird zum Lokal

Sahnehäubchen ist der Weserblick

Hameln. „Weit, groß, hell – das mögen die Leute heute“: Da sind sich Ömer Yalin (37) und Karl-Heinz Militzer (52) absolut sicher. Und das ist die Basis für ihr gastronomisches Konzept im „Me Lounge“ an der Weser. Der Name für das neue Lokal steht schon fest. Für alles Übrige aber braucht man viel Fantasie; denn noch sind die Räumlichkeiten im Parterre der ehemaligen Nudelfabrik Baustelle. Architekt Jürgen Bremenkamp führt hier seit fast einem Jahr das Kommando. Bis zum 1. Dezember soll alles fertig sein: „Dann wird eröffnet.“

veröffentlicht am 26.10.2009 um 10:02 Uhr

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Autor:

Karin Rohr

365 Tage im Jahr wollen die beiden Gastronomie-Partner das „Me Lounge“ offen halten: „Von 9 Uhr morgens an und bis der letzte Gast geht.“ Das Ganztagskonzept ist Teil eines Umdenkungsprozesses in der Gastronomie. Vorbei die Zeiten, wo Mittagessen nur mittags angeboten wurde, danach die Gasthäuser schlossen und erst wieder abends aufmachten: „Heute muss man beweglich sein“, sagt Karl-Heinz Militzer: „Das Ausgehverhalten hat sich verändert.“ Die Essenszeiten aufgrund flexibler Arbeitszeiten wohl auch. Eine tageszeitlich bedingte Trennung der Speisekarte soll es deshalb im „Me Lounge“ nicht geben. Militzer: „Wenn jemand um 18 Uhr noch das Frühstücksrührei oder das Brötchen mit Marmelade will, bekommt er es.“

Der Gast soll sich wohlfühlen. Zu jeder Tageszeit und jeder Stunde. Eine Herausforderung, die Yalin und Militzer mithilfe von 70 bis 80 Service-Kräften, die in zwei Schichten arbeiten, lösen wollen. Die meisten der Mitarbeiter werden Aushilfen sein, sechs sind fest angestellt. Zunächst aber gilt es, das offene Konzept einer „Erlebnis- und Kommunikationsgastronomie“ umzusetzen, das ihnen vorschwebt. 200 Gäste, davon 30 in einem separaten Club-Raum, soll das „Me Lounge“ beherbergen können. Eine nur durch Glas abgetrennte Raucher-Lounge, ein Kamin, um den sich Club-Sessel gruppieren, ein zentraler Tresenbereich und eine einsehbare Küche – das alles soll unter einem Dach untergebracht werden. „Die Größe ist die größte Herausforderung“, sagt Architekt Bremenkamp, „weil die Bereiche unterschiedlich strukturiert sind.“ Einbinden will er die alten Elemente der ehemaligen Lagerhalle: Säulen, Teile der Wandoberfläche und der alten Backsteine. Natur- und Schlammtöne, Bordeaux und Terrakotta sollen die Farbpalette im Inneren bestimmen, dazu kommt viel Holz: „Eine natürliche, edle Linie“ wünschen sich die Gastronomen. „Den meisten Aufwand hat die Infrastruktur erfordert, die wir erstmal in die alte Lagerhalle bringen mussten“, gesteht Bremenkamp. Vier Kühlhäuser, die Küche und die sanitären Anlagen gehören dazu.

Noch nicht in Angriff genommen ist der Außenbereich, der auf 30 Metern direkt an der Weserpromenade rund 250 Gästen Platz bieten soll. Ein wichtiger Aspekt für Yalin und Militzer. Denn: „Es war die Lage direkt an der Weser und der einmalige Blick auf den Fluss“, der die Gastronomen gereizt hat. Ihm ließen sie mit Panorama-Fenstern Rechnung getragen. Von ihm erhoffen sie sich „gute Chancen“. Zielgruppe? „Jung und Alt“, glauben Yalin und Militzer. Ausrichtung der Speisen? „Mediterran“, sagen die Gastronomen: „Aber es wird auch deutsche, saisonale Speisen geben.“ Und ein Mittagsbuffet. Denn: „Wir werden auch die Studenten der Berufsakademie betreuen, ihnen Frühstück und Mittagessen bieten“, sagt Militzer.

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Die Kosten für die Verwandlung der ehemaligen Lagerhalle, die vom Eigentümer „Flotte Weser“ gemietet wurde, teilen sich die Gastronomen je zur Hälfte mit der Brauerei Warsteiner. Und sie hoffen auf „gute Nachbarschaft“.

Die hält sich mit ihrem Urteil noch zurück: „Grundsätzlich ist es gut, wenn mehr an der Weserpromenade passiert“, sagt Dirk Wuschko von der Sumpfblume. „Wenn wir mehr Leute an die Weser bekommen, ist das ein Vorteil“, meint auch Karin Altenburg vom Restaurant „Grimms“ an der Rattenfängerhalle, befürchtet aber wie Gabriele Güse vom Hotel „Stadt Hameln“, „dass die Gastronomie allein nicht für eine Belebung der Promenade sorgen kann“. Aber man könne sich gegenseitig befruchten, meint Gabriele Güse: „Voraussetzung ist, dass nicht alle das Gleiche tun und anbieten.“

Noch gibt es in der alten Lagerhalle in der ehemaligen Nudelfabrik an der Weser viel zu tun (o.): Architekt Jürgen Bremenkamp (re.) diskutiert mit Karl-Heinz Militzer die Umbaupläne.

Fotos: nls



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