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Kammerchor Hannover gibt Sonnabend ein Konzert in der Stadtkirche

Sänger wollen musikalischen Spuren des "Warum" nachgehen

Bückeburg. Nach dem erfolgreichen Debütkonzert im Juni dieses Jahres präsentiert sich der Kammerchor Hannover im November mit einem neuen Programm: Unter dem Konzerttitel "Warum? Klage - Verzweiflung - Hoffnung" singen die 24 Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Stephan Doormann in der Stadtkirche anspruchsvolle Chorwerke von der Romantik bis zum 21. Jahrhundert und werden dabei den musikalischen Spuren des "Warum" nachgehen.

veröffentlicht am 11.11.2008 um 00:00 Uhr

Wer einmal die Motette "Warum ist das Licht gegeben" von Johannes Brahms gehört hat, wird die verzweifelten Rufe des klagende Chores nicht vergessen: "Warum?" lässt der Komponist die Sänger im Verlauf des ersten Satzes immer wieder fragen: mal verzweifelt, mit voller Inbrunst, mal ergeben, fast aufgegeben. Immer wieder beschäftigten sich Komponistinnen und Komponisten mit dem Leiden und Sterben auf Erden und suchen nach deren Sinn, Unsinn oder Ursachen. Jakko Mäntyjärvi versucht zum Beispiel in seinem Werk "Canticum Callamitare Maritimae" die Schrecken des Untergangs der Autofähre Estonia zu verarbeiten. Diese Thematik des "Warum" ist in der Regel theologisch geprägt und endet häufig nach Klagen, wie sie die kanadische Komponistin Nancy Telfer in ihrer Vertonung des Psalms 130 "De profundis clamavi ad te, domini" (Aus der Tiefe rufe ich Herr zu dir) ausdrückt in der Bitte und Zuversicht auf Erlösung und Schutz bei Gott. Diese Entwicklung von der Klage über die Verzweiflung zur Hoffnung wird nicht zuletzt in der Requiem-Liturgie deutlich. Ihre A-cappella-Vertonung von Ildebrando Pizzetti wird dem Konzert einen Rahmen geben. Es erklingen außerdem Werke von Heinrich Isaak sowie Neukompositionen. Der Kammerchor Hannover wurde 2007 von jungen Sängerinnen und Sängern unter der Leitung von Stephan Doormann gegründet. Die 24 Mitglieder wurden durch ein Aufnahmeverfahren ausgewählt und unterziehen sich einem jährlichen Vorsingen. Anstoß für das gemeinschaftliche Engagement war der Wunsch nach gemeinsamer Chorarbeit auf hohem Niveau. Dabei liegt der Schwerpunkt des Repertoires auf selten aufgeführten Kompositionen aus der skandinavischen und der angelsächsischen Chortradition. Termin: Das Konzert findet am Sonnabend, 15. November, um 18 Uhr in der Stadtkirche statt. Eintritt: 10 Euro (ermäßigt 8 Euro).



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