weather-image
23°
"Schwarzmeer Don Kosaken" präsentieren ein breit gefächertes Repertoire

Sänger vermitteln die Meisterwerke russischer Liedkultur authentisch

Bückeburg. Unter den mehr oder weniger bekannten Kosakentruppen dürfen die aus Russland und Bulgarien stammenden "Schwarzmeer Don Kosaken" als jene Don Kosaken bezeichnet werden, die in legitimer Nachfolge die Tradition des legendären original "Don Kosaken Chores, Serge Jaroff" fortführen. Auf der jüngsten ihrer jährlich zweimal vollzogenen Europa-Tourneen,wo sie in Kathedralen, Kirchen und Basiliken auftreten, gastierten sie in der gut besuchten Stadtkirche.

veröffentlicht am 11.01.2008 um 00:00 Uhr

Klare Tenorsoli, geschmeidig ausgelotete Bässe: Die "Schwarzmeer

Autor:

Dietlind Beinßen

Vor der Pause gab die achtköpfige Gruppe - abgesehen von "Stille Nacht" und "O du fröhliche" - in homogenem Klang vorwiegend mit sakralen Gesängen aus der russisch-orthodoxen Kirche ihre Visitenkarte ab. Von klaren Tenorsoli bis hin zur geschmeidig ausgeloteten Tiefe der Bässe spürte man das musische Engagement und die Liebe des mit schwarzer Kluft und Reiterstiefeln bekleideten Oktetts zu den Chorälen und Liedern. Obendrein hatten die temperamentvoll agierenden Sänger ihre Stimmen so in der Gewalt, dass Piani und Fortissimi nicht schrill wirkten oder gar schmerzhaft, bisweilen allerdings ein bisschen hart. Saubere Intonation, gekonnte Rhythmik und Taktgefühl waren ein Übriges, was das breit gefächerte Repertoire erlebenswert machte. Bedauerlicherweise lag aber kein Programm vor, in dem man die schlecht - beziehungsweise gar nicht - verständlichen Ansagen einmal hätte nachlesen können. Dass dieses außergewöhnliche Konzert den Besuchern aber dennoch gefiel, zeigten sie mit intensivem Beifall. Im zweiten Teil wurde mit Verve und Leidenschaft, oft sogar gestisch untermalt, in farbig-glänzenden Satin-Kasaks eine Palette ansprechender Folklore aus Russland und - als Referenz - Deutschland offeriert. Die Melodien erzählten von Freundschaft, Wehmut, Liebe, Sehnsucht, mannigfachen anderen Gefühlen und selbstverständlich von den zwölf Räubern, die in keinem Programm fehlen dürfen. Die Formation bewies dabei erneut ihre Fähigkeit, die Vokalwerke in den leisen Stellen präzise zu gestalten, aber zudem übergangslos mit voller Kraft zu singen. Nach zwei Extrabeiträgen verabschiedete das Publikum das an ihnen gen Ausgangsportal vorbeiziehende Ensemble, indem es weiter applaudierte. Fazit: Diese Notenreise durch das alte Russland demonstrierte die musikalische Bandbreite eines Kontinents, dessen Kulturgut die "Schwarzmeer Don Kosaken" ideal, und noch dazu authentisch, vermittelten.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt