weather-image
23°
613. Historisches Schützenfest: Sonne und zarte Wölkchen an blauem Himmel zieren Rundmarsch

"Säckchen auf - und die weinen bitterlich"

Stadthagen (jl/sk). Deutschland im Endspiel, angenehmste Temperaturen, mit bestens gelaunten Schützenbrüdern gefüllte Rottzelte, ein mit zarten Wölkchen dekorierter blauer Himmel überm Parademarsch, danach kräftiges Zungenragout beim Festessen und bei allem stets ausreichend Gerstensaft - das war die Mixtur, aus der das Historische Schützenfest gestern bestand. Die Seele der Stadthäger "Fünften Jahreszeit" schlägt bei den Rottfeiern.

veröffentlicht am 27.06.2008 um 00:00 Uhr

Die Beustertaler begleiten zum ersten Mal den Rundmarsch - dazu

Maik Meyer, der amtierende Chef des Ersten Rotts, dürfte ein kleines Kapitel Schützenfest-Geschichte geschrieben haben. Rottmeister Meyer hat in die wohl traditionsreichste Gliederung "viele junge Leute mitgebracht" wie es Rottbruder Bernd Hilder in einer spontanen Laudatio vermerkte. Der frühere SN-Chefredakteur und heutige Redaktionsfrontmann der Leipziger Volkszeitung wies darauf hin, dass im Fall Meyer die eher seltene Konstellation vorliege, bei der die Pflege des Schützenfestes innerhalb einer Familie weitergegeben worden sei. Ob das schon 1982 klar war, als Senior Georg Meyer zum ersten Mal Rottmeister war und Sohn Maik Schildträger? Für den amtierenden der beiden Meyers zählt mehr, "dass wir heute mit 35 Leuten feiern -statt mit 25 vor einem Jahr". Über Lungenvolumen ohne Ende und einen gesunden Bewegungsdrang verfügt offenkundig das Lindenrott. Im kleinen Festzelt auf dem elterlichen Grundstück von Rottmeister Gerd Hasse an der Seilerstraße vergeht keine Viertelstunde, ohne dass ein schmissiges Lied angestimmt wird. Gesangspausen werden von rotteigenen Stimmungskanonen wie Christian Wehling genutzt, um mal schnell aus voller Kehle und mit rudernden Armen "Pferderennbahn" zu simulieren. Gleich das erste Lied - "Im Krug zum grünen Kranze" -hat gesessen. Da hat sich das Markt-Kloster-Rott bei früheren Schützenfesten - stimmlich -schon schwerer getan. Rottmeister Berthold Riechers, soeben von Vorgänger Detlev Gerke mit der Amtskette dekoriert, hatte seine Mannen augenscheinlich in Griff. Vom Start weg war das traditionelle Rottlokal an der Klosterstraße bestens besucht. Nachhilfeunterrichtüber Sparsamkeit im öffentlichen Dienst: Rottmeister Jörn Wedemeier hat es im Oberntorrott mit dem Rottsymbol vorexerziert: In dem Säckchen am Hals "haben wir unsere zwei Cent. Wenn die Leute etwas wollen, machen wir das Säckchen auf und die weinen bitterlich", erklärte der stellvertretende Verwaltungschef der Samtgemeinde Sachsenhagen bierernst. "Wir nehmen ihm die Schärpe ab und dann bleibt er hier." Jürgen Krömer, Rottmeister im Bahnhofstraßenrott, wollte einem Wunsch von Heinz Bartels, Fahnenträger der zweiten Quartierschaft, entgegenkommen. Dieser feierte gestern seinen 70. Geburtstag. Immer schon wolle, er Bartels, gern mal im Bahnhofstraßenrott bleiben. Wie es in diesem Rott zugeht, kann sich Bartels schon einmal bildlich vor Augen führen. Krömer überreichte dem Chargierten eine Foto-CD: "Alte Schoten aus unserem Rott", seien darauf zu sehen, so der Rottmeister. "So voll hab' ich euch hier noch nie gesehen", lobte Bernd Koller, Hauptmann der Zweiten Quartierschaft, gegen 10.15 Uhr das gute gefüllte Rottquartier des Enzer Rotts im DLRG-Heim. Im Rott Brandenburger Tor stand Detlef Meier hoch auf der Trittleiter - nicht weil im Garagenquartier beim Rottmeister Axel Schröder eine Glühbirne ausgewechselt werden musste. Meier hatte die 43 Rottbrüder als Dirigent "fest im Griff" .

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare