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Früher gab es Männerturngruppen, heute gibt es in Oldendorf und Benstorf den Männerspocht

„Runter vom Sofa und rein in die Halle“

Oldendorf/Benstorf (gök). Anfang des letzten Jahrzehnts hatte die Handballsparte des TSV Benstorf-Oldendorf ein Problem. Es fanden sich nicht mehr genug aktive Spieler für eine Mannschaft. „Wir hätten zwölf Spieler benötigt, um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. Doch es fanden sich nicht genug Spieler für Handball“, erinnert sich Albert Mund. Als die Spieler damals nach einer Krisensitzung aus der Sporthalle im Saaletal kamen, trafen sie vor der Halle einen ihn unbekannten Mann. Dieser fragte: „Bin ich hier richtig beim Männersport?“ Das war die Geburtsstunde der Idee, künftig weiter gemeinsam Sport unter einem anderen Namen zu machen.

veröffentlicht am 06.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 07:41 Uhr

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Um noch mehr Männer für den Sport zu gewinnen, wollten sich die verbliebenen Spieler vor acht Jahren nicht auf Handball festlegen, sondern ein breites Sportprogramm anbieten. Fußbälle, Handbälle, Basketbälle und Volleybälle waren ja vorhanden. Schnell schlossen sich weitere sportbegeisterte Männer an. Die Sportler benannten ihre neue Vielfältigkeitssparte „Männerspocht“.

„Bei uns hat jeder Mitspracherecht. Wir richten uns beim Sport unseres Übungsabends immer nach den Wünschen der Teilnehmer. Es soll keiner zu kurz kommen und wir sind jeder Sportart gegenüber aufgeschlossen“, so Mund. „Nach einiger Zeit kamen neben den bekannten Ballsportarten auch Sportarten wie Hockey und Badminton dazu, wofür wir nach und nach die Ausrüstung kauften.“

Schnell machten sich die Männerspochtler auch über den Ort hinaus einen Namen. Denn mit Überschüssen aus Veranstaltungen wie dem Fun-Triathlon oder dem Kubb-Turnier konnten verschiedene Projekte unterstützt werden. So bedachten die Männerspochtler unter anderem einen Kinderspielplatz sowie die örtliche Grundschule und den Kindergarten mit Zuschüssen. Nachdem nach dem Beginn der neuen Sparte die Aktivenzahl etwas gesunken war, stabilisierte sich mittlerweile die Zahl auf etwa 15 Aktive im Alter von Anfang 20 bis Mitte 50, die jeden Mittwoch ab 20 Uhr in der Saaletal-Sporthalle in Oldendorf zum Sport zusammen- kommen. In den Sommermonaten von Mai bis Oktober finden sich Interessierte regelmäßig zum Fahrradfahren zusammen.

Zusätzlich zu dem wöchentlichen Sportangebot kommen noch gemeinsame Aktionen mit den Familien wie Zelten oder Skifahren. Zur Stärkung der Gemeinschaft veranstalten die „Spochtler“ aber auch jährlich eine Bootstour auf der Leine oder gemeinsame Aktionen mit anderen Vereinen, wie etwa dem diesjährigen Tanz in den Mai mit der Feuerwehr. Im nächsten Jahr besuchen zwei Teams auch wieder die Kubb-Europameisterschaft in Berlin, was diesmal schon ein besonderes Erlebnis war. Die Männerspochtler hoffen, dass sich auch künftig immer wieder an Bewegung interessierte Männer zwischen 16 und 60 Jahren mittwochs in der Oldendorfer Sporthalle ab 20 Uhr einfinden. Denn mit jedem neuen Mitglied kommen auch immer wieder neue Sportarten in die Gruppe, die ohne Wettkampfambitionen für volle Verausgabung und Spaß unter der neuen Männer-Sportgruppe sorgt. Weitere Infos erteilt auch gern der Sprecher der Gruppe, Thomas Hampe, unter 05153/800535.

Bei diesem selbst erfundenen Spiel muss der Medizinball am Turngerät abgeworfen werden.

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