weather-image
25°
Gemeinsame Wahlkampfveranstaltung von FDP und CDU / Rösler: "In der Tat etwas außergewöhnlich"

Runkel: Mit der CDU wird es neue Gesamtschulen geben

Bückeburg (bus). Der Landtagsabgeordnete Dr. Joachim Runkel hat die Aufhebung des Neuerrichtungsverbots für Gesamtschulen für die kommende Legislaturperiode angekündigt. "Ich werde mich dafür einsetzen", sagte der Christdemokrat auf einer vom FDP-Kreisverband im Hotel "Ambiente" organisierten Wahlkampfveranstaltung. Damit lag der Abgeordnete auf einer Wellenlänge mit Ministerpräsident Christian Wulff, der - im Fall eines Wahlsieges - die erforderliche Gesetzesänderung zeitgleich in Bad Münder "bis zum Sommer" in Aussicht gestellt hatte.

veröffentlicht am 11.01.2008 um 00:00 Uhr

Gastgeber Philipp Rösler (re.) und Gast Joachim Runkel erläutern

Der Zusammenkunft wohnte ein etwas gewöhnungsbedürftiger Charakter inne. "In der Tat eher außergewöhnlich", stellte der FDP-Fraktions- und Landesvorsitzende Dr. Philipp Rösler fest, der gemeinsam mit dem Schaumburger Landtagskandidaten der Liberalen, Paul-Egon Mense, eingeladen hatte. "Mal etwas ganz Anderes", meinte Brigitte Bödeker, die dem FDP-Ortsverband Bückeburg, Bad Eilsen, Obernkirchen vorsitzt. Der kollektive Auftritt von Runkel und Rösler im Vorfeld der Landtagswahl förderte beinahe ausnahmslos Übereinstimmungen zutage. "Wir ziehen an einem Strick in die gleiche Richtung", sagte Runkel. "Geben Sie die Erststimme Dr. Runkel und die Zweitstimme der FDP, dann kommen wir unserem Ziel sehr nahe", gab Rösler dem Publikum zu verstehen. Während die Liberalen in der vergangenen Woche auf Bundesebene hauptsächlich mit unverhohlener Binnenkritik - "One-Man-Show" (Ex-Vorsitzender Wolfgang Gerhardt über seinen Amtsnachfolger Guido Westerwelle) - und Kuriosa - "So mufft es in der großen Koalition wie einst bei der Nationalen Front der DDR" (Generalsekretär Dirk Niebel über denvon ihm in der Regierung georteten Dumpfgeruch) - in die Schlagzeilen drängten, gelang dem Kreisverband in Sachen öffentlicher Wahrnehmung mit der Verpflichtung Runkels ein Überraschungscoup. Die von überschaubarer personeller Grundausstattung geprägte Gemeinschaft mobilisierte Dank der Unterstützung des CDU-MdL gut drei Dutzend Interessierte. Nachdem die Politiker unisono die Erfolge der Landesregierung herausgestellt hatten, drehten sich große Teile der Diskussion um Gegenwart und Zukunft der niedersächsischen Bildungspolitik. Wobei Runkels klare Ansage den Befürwortern der Gesamtschule ein wenig den Wind aus den Segeln nahm. Christ- wie Liberaldemokrat stellten sich ohne Wenn und Aber hinter das gegliederte Schulsystem. Rösler stellte die Ergänzung des Unterrichts um das Fach "Alltagskompetenz" zur Debatte. Weitere Diskussionsthemen waren die Versalzung der Weser, die Unfallzahlen auf der Bundesautobahn 2, das Nichtraucherschutzgesetz, die Komplexe "B 65" und "Containerterminal Minden" sowie die vermeintliche finanzielle Benachteiligung des Landkreises Schaumburg durch den Flächenfaktor. Bezüglich des Flächenfaktors werde von der gegnerischen Seite mit falschen Argumenten gearbeitet, erläuterte Runkel. Der Abgeordnete: "Alle bekommen mehr. Der Kuchen wird zwar anders aufgeteilt, er ist insgesamt aber auch größer geworden."

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare