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Landtagsabgeordneter berichtetüber seine Arbeit im Transrapid-Untersuchungsausschuss

Runkel: "Mir geht das alles schon sehr nah"

Suthfeld (fox). Die Ursachen zum Transrapid-Unglück im emsländischen Lathen am 22. September vergangenen Jahres, bei dem 23 Menschen ums Leben kamen, müssen aufgeklärt werden. Dazu hat der Niedersächsische Landtag am 8. Dezember der Bildung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses zugestimmt. In dem Gremium sitzt auch ein heimischer Landtagsabgeordneter: Joachim Runkel (CDU). Dieser trägt eine der wichtigsten Aufgaben, denn Runkel istals Ingenieur für die fachliche Beurteilung der technischen Umstände der Magnetschwebebahn-Katastrophe zuständig.

veröffentlicht am 20.01.2007 um 00:00 Uhr

Die Tage sind für den Landtagsabgeordneten Joachim Runkel auch i

"Wir müssen einerseits den Unfall untersuchen, andererseits klären, ob und inwieweit Fehlverhalten, Organisations- oder Informationsdefizite struktureller Natur vorliegen", riss Runkel nur kurz den Auftrag des Ausschusses an. Die Aufgaben und Ziele des 19. Untersuchungsausschuss in der Geschichte des Landtages sind glasklar bis ins Detail auf mehreren DinA-4-Seiten definiert. Eine schwere Aufgabe. Denn abgesehen von dem großen öffentlichen Interesse und dem daraus resultierenden Druck muss die elfköpfige Kommission (fünf Mitglieder der CDU, vier Sozialdemokraten, ein Liberaler und ein Landtagsmitglied der Grünen-Fraktion; der Göttinger Jurist Harald Noack (CDU) ist Vorsitzender) in einigen Fragen minutiös bis ins Jahr 1998 zurückrecherchieren. Für alle erlangten Ergebnisse gilt strenge Geheimhaltung. Um diese zu wahren, ist ein großer, hermetisch abgeriegelter Aktenraum eingerichtet worden. Die Kommission habe in der Zeugenvernehmung ähnliche strenge Privilegien wie ein Gericht. "Unter anderem laden wir Personen vor und hören diese an. Im Zweifelsfall vereidigen wir auch." Die Arbeit im Untersuchungsausschuss nimmt Runkel, wie auch dieübrigen Kommissionsmitglieder, zeitlich stark in Anspruch. "Es muss viel nach Verantwortlichkeiten und organisatorischen Abläufe geforscht werden. Darüber hinaus ist sehr viel Technik im Spiel", berichtete der Suthfelder. Durchschnittlich bringt er von den Ausschusssitzungen zwei Aktenordner mitnach Hause, die er im heimischen Kellerbüro durchforsten muss - nicht selten in Nachtarbeit. "Es sind noch meterweise Akten zu bewältigen." Darüber hinaus ist Runkel immer noch als Ingenieur tätig und nimmt im Landtag an Sitzungen teil. Für einige Sitzungen habe er jetzt jedoch eine Vertretungeingearbeitet: "Ich kann mich schließlich nicht zerreißen". Nachdem der Untersuchungsausschuss bislang unregelmäßig zusammengetreten war, soll das Gremium nun stetig zweimal pro Woche tagen. Allein bis März sind 13 Termine angesetzt. Obwohl sich der Hauptteil der Arbeit im Landtag abspielt, nehmen die Mitglieder auch Ortstermine wahr - wie beispielsweise am Mittwoch der Besuch an der Magnetschwebebahn-Strecke in Lathen. Das Magnetschwebebahn-Unglück berührt Runkel als jahrelangen Befürworter besonders. "Ich bin oft mit Besuchergruppen im Transrapid mitgefahren. Mir geht das alles schon sehr nah." Dennoch spricht sich der Landtagsabgeordnete weiterhin für den Transrapid aus. "In der Schwebebahn-Technik an sich liegt die Unglücksursachenicht." Zur Ursache kann Runkel sich "einen Reim" machen, "der ist aber noch nicht vollständig". Es gebe noch einiges zu klären. "Ich denke jedoch nicht, dass sich unsere Ermittlungen in gänzlich andere Richtungen entwickeln werden, als bislang. Wir sind auf dem richtigen Weg."

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