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Bartling:Übernahme des SPD-Fraktionsvorsitzes Spekulation / Zwei überraschende Wahlergebnisse

Runkel: Keine Doppelfeier - kein Staatssekretär

Landkreis (wm). Der SPD-Landtagsabgeordnete und Gewinner des Direktmandats im Wahlkreis 37, Heiner Bartling, saß gestern Mittag kurz vor 13 Uhr im Zug nach Hannover auf dem Weg in die Wahlkampfzentrale, "Basis 08" in der Herrenstraße, und hielt per Handy Kontakt mit den Genossen. An diesem Mittag sein einziger Ärger: Die vielen "Funklöcher" an der Strecke. Wie es für ihn persönlich in Hannover weitergeht, vermochte Bartling zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht zu sagen.

veröffentlicht am 29.01.2008 um 00:00 Uhr

Gestern Nachmittag: Heiner Bartling in der "Basis 08", der SPD-W

In einem Telefongespräch mit dem stellvertretenden Kreiswahlleiter, Heinz Kraschewski, habe er am Wahlabend um 19.45 Uhr erfahren, dass er den Wahlkreis gewonnen hat, erzählte Bartling: "Ich konnte es kaum glauben. Da steckten wir noch voll in der Depression - aber zum Glück sind wir über 30 Prozent geblieben." Der CDU-Landtagsabgeordnete Joachim Runkel war am Montagmittag noch zu Hause, erst für den Nachmittag standen erste Termine in Hannover im Terminkalender. Noch am Wahlabend hatte er um Mitternacht im Kreise der CDU und seines persönlichen Wahlkampf-Teams im Berghotel Sülbeck seinen 53. Geburtstag mit Ehefrau Karin gefeiert. Es hätte eigentlich eine Doppelfeier werden sollen - Geburtstag plus Wahlsieg. Runkel gab offen zu, seine Abwahl habe nicht nur ihn, sondern auch alle seine Parteifreundeüberrascht. Die Umfragewerte hätten ein ganz anderes Ergebnis erwarten lassen. So hatten es auch Kollegen anderer politischer Couleur gesehen. Äußerte sich Ursula Helmhold (Grüne) spontan am Telefon: "Das tut mir ein bisschen leid, denn er war ein sehr fairer und sehr netter Kollege." Ihre Einschätzung zu Runkels Misserfolg: Das könnte "die Quittung für die Wahlkreisreform" gewesen sein, die wohl keinem Schaumburger gefallen habe. Selbstverständlich werde er trotzdem in der Politik bleiben, daran ließ Runkel gestern keinen Zweifel. Der Sitz im Bezirks- wie im Landesvorstand sei unabhängig von einem Mandat. Beruflich gebe es für ihn keine Bruchstelle, denn er habe die ganze Legislaturperiode über den Kontakt zur Universität, zum Institut für Strömungsmaschinen, und zu seinem Ingenieurbüro, der Kerntech GmbH, an der er zu einem Drittel beteiligt ist, nie abreißen lassen. Das Ingenieurbüro beschäftigt sich unter anderem mit Maschinenüberwachung, Rotordynamik und Schwingungsanalysen - Themen, die zurzeit am Markt gefragt sind. Die Spekulation, er werde Staatssekretär - in der Wahlnacht von mehreren Personen geäußert - brachte Runkel gestern zum Lachen: "Völlig aus der Luft gegriffen." Auf die Wahrscheinlichkeit als "Nachrücker" doch noch ins Landesparlament einzuziehen, wolle er auch nicht setzen: "Das dauert mir zu lange." Heiner Bartling hatte sich am Montagmittag nach dem ersten Gespräch über Handy im Zugabteil zu einem Sitzungsmarathon verabschiedet und zu möglichen Optionen keinen Kommentar abgeben. Die "taz" hatte in ihrer Montagausgabe vermutet, Bartling werde den Fraktionsvorsitz übernehmen. Der "taz"-Autor sah es so: Gegen Bartling sei nichts einzuwenden: "Den Kabinetten Glogowski und Gabriel gab er ein markantes liberales Profil - mit einer Innenpolitik, die sich von Populisten in den Nachbarländern nicht beeindrucken ließ." Die konservative Tageszeitung "Die Welt" urteilte gesternähnlich: Dass Wolfgang Jüttner weiter Fraktionsvorsitzender im Landtag bleibt, gelte als unwahrscheinlich. "Ex-Innenminister Bartling könnte ihn beerben." Alles Spekulationen, wehrte Bartling gestern in einem zweiten Telefongespräch mit unserer Zeitung um 16 Uhr ab. Wolfgang Jüttner werde wieder antreten, der Bezirksvorstand Hannover sich dafür ausprechen, voraussichtlich auch der Landesvorstand. Vorstellbar sei, sagte Bartling, dass er zunächst kommissarisch das Amt des Parlamentarischen Geschäftsführers übernimmt.Aber das entscheide sich erst in den nächsten Tagen.

Dr. Joachim Runkel ging am Wahlabend keineswegs die Puste aus: Z
  • Dr. Joachim Runkel ging am Wahlabend keineswegs die Puste aus: Zu seinem 53. Geburtstagüberreichten ihm um Mitternacht Donata von Baudissin (l.) und Gaby Schalkowski (r.) eine Geburtstagstorte. Fotos: tol


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