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SPD und SVN 09 lehnen CDU-Vorstoß fürs Sporthaus ab / Reckmann weist Vorwurf der Doppelzüngigkeit zurück

Rundum-Sanierung würde 250 000 Euro kosten

Nienstädt (gus). Zu teuer – so hat die Meinung von SPD-Fraktion und SV Nienstädt 09 zum von der CDU im Gemeinderat geforderten Sanierungskonzept für das Sporthaus im Schierbachstadion gelautet. Deshalb gibt es nun in Kürze einen Fahrstuhl. Die SPD wollte seit der Haushaltsdebatte im Frühjahr einen Fahrstuhl fürs Sporthaus durchsetzen, die CDU über ein Gesamtkonzept sprechen. Dass es dazu im Rat nie kam, erzürnte die Christdemokraten.

veröffentlicht am 20.11.2010 um 00:00 Uhr

„Ein Fahrstuhl ist aus unserer Sicht zwingend erforderlich“, sagte SPD-Fraktionssprecherin Christiane Reckmann. Die Treppe sei nicht nur für Behinderte, sondern auch für ältere Menschen unzumutbar. Umfangreichere Maßnahmen seien sehr wohl in der SPD diskutiert worden, aber eben zu teuer. Außerdem habe der Sportverein bisher keine Komplettsanierung beantragt.

Dieses Argument erhielt zusätzliche Wirkung, als Gemeindedirektor Rolf Harmening zwar eine Stellungnahme der Verwaltung ausließ, dafür aber einen Brief des SVN-Vorstands verlas. Darin bezifferten die Autoren den Kostenaufwand einer Rundumsanierung auf 250 000 Euro – Eigenleistung des Vereins inbegriffen. Und Zuschüsse von Kreis- und Landessportbund gebe es keine, weil es sich beim Sporthaus um ein wirtschaftlich genutztes Gebäude handle.

Zu viel Geld, meint der Vorstand, der um eine dem Verein dienende Lösung bat. Harmening interpretierte dies als Plädoyer gegen ein Gesamtkonzept. Reckmann schloss sich dem an: Die CDU verhalte sich wie eine Familie, die kaum Geld hat, um einen kaputten Kühlschrank zu ersetzen, aber über eine neue Küche diskutieren möchte. Die Aussage der SPD-Sprecherin, die CDU habe nie einen Antrag gestellt, ein Gesamtkonzept diskutieren zu wollen, brachte für deren Fraktionschef Wolfgang Hoppe das Fass dann zum Überlaufen. Dies bezeichnete er als Lüge. Ein Dementi seitens der SPD blieb aus.

Hoppe legte dar, warum die CDU den Haushalt wegen des vergleichsweise geringen Betrags von 34 000 Euro für den Fahrstuhl ablehnte. „Jeder wusste, dass 20 000 Euro nicht ausreichen, auch 34 000 reichen nicht“, meinte er. Es wäre besser gewesen, alle Beteiligten einmal an einen Tisch zu holen und über die möglichen Vorhaben zu diskutieren.

Und noch eines gab Hoppe der SPD mit auf den Weg: „Ich habe mehrfach die Kooperationsbereitschaft der Mehrheitsfraktion vermisst.“ Reckmanns Argument, die Gemeinde habe nicht genug Geld für die Komplettsanierung, war in Hoppes Augen nicht stichhaltig. „Wir haben auch das Geld für die Sanierung der Turnhalle in Liekwegen nicht“, betonte der CDU-Sprecher. Weil die SPD dieses Vorhaben aber absegnete, warf Hoppe Reckmann vor, sie spreche „mit zwei Zungen“. Reckmann: „Ich habe nur eine Zunge.“

Mit den Stimmen der SPD passierte der Nachtragsetat den Haushalt, womit auch der Bau des Fahrstuhls beschlossene Sache ist.



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