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Bis auf Niedersachsen alle Anlieger-Länder für diese Lösung

Runder Tisch stimmt für Pipeline bis zur Nordsee

Weserbergland (mka). Eine Pipeline von Nordhessen bis zur Nordsee ist nach Einschätzung des Runden Tisches „Gewässerschutz Werra/Weser“ die beste Lösung, um die Salzbelastung der beiden Flüsse zu verringern. Das Gremium mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Kommunen und Verbänden sprach sich gestern für den Bau einer rund 400 Kilometer langen Leitung von den nordhessischen Werken des Düngemittelkonzerns K+S bis zur Küste aus.

veröffentlicht am 09.02.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 05.03.2010 um 13:15 Uhr

Weserbergland (mka). Eine Pipeline von Nordhessen bis zur Nordsee ist nach Einschätzung des Runden Tisches „Gewässerschutz Werra/Weser“ die beste Lösung, um die Salzbelastung der beiden Flüsse zu verringern.

Das Gremium mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Kommunen und Verbänden sprach sich gestern für den Bau einer rund 400 Kilometer langen Leitung von den nordhessischen Werken des Düngemittelkonzerns K+S bis zur Küste aus. „Wir brauchen die Pipeline“, sagte der Leiter des Gremiums, Hans Brinckmann. Die von K+S angekündigten Vorkehrungen zur Verringerung der Salzfracht reichten nicht aus. Seit Jahren gibt es Streit um die Entsorgung der Salzlauge, die bei der Düngerproduktion von K+S entsteht. Derzeit fallen 14 Millionen Kubikmeter pro Jahr an, von denen die Hälfte in die Werra geleitet und der Rest in den Untergrund gepumpt wird. Mit der Empfehlung des Runden Tisches ist der Streit aber nicht beendet. Weder K+S noch die niedersächsische Landesregierung wollen dem Vorschlag folgen. Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) fordert, schon bei der Produktion mehr Lauge zu vermeiden. „Wir müssen von K+S erwarten, dass sie sich anstrengen und ihre Produktion so verbessern, dass sie die modernsten technischen Möglichkeiten einsetzen.“ Stattdessen versuche der Konzern, die Pipeline-Kosten von bis zu 500 Millionen Euro auf Bund und Länder abzuwälzen. Auch K+S lehnt die Leitung ab. Es gebe keinen politischen Konsens und wirtschaftlich sei die Investition nicht vertretbar, sagte ein Sprecher. K+S investiere auch 360 Millionen Euro in den Gewässerschutz und halbiere so die Salzfracht bis 2015. Der Runde Tisch ist optimistisch, dass die Pipeline kommt. Bis auf Niedersachsen hatten alle Anlieger-Länder zugestimmt. Sie wollen den Druck auf K+S erhöhen. Die Genehmigung zur Einleitung von Salzlauge in den Untergrund läuft 2011 aus. „Wenn das Unternehmen eine Verlängerung haben will, muss es den Pipeline-Bau beantragen“, so Ewen.



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