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"Mit einer Stimme sprechen": Initiative fordert eigene Kompetenzen bei der Mittelvergabe

"Runder Tisch Sport" auf dem Weg zum Verein

Rinteln (ur). Auch wenn die Initiative für den "Runden Tisch des Sports" ursprünglich aus der Kommunalpolitik gekommen ist - die Vertreter der Sportvereine machten beim jüngsten Treffen im "Stadt Kassel" deutlich, dass sie sich nicht als ein reines Beratungsgremium verstehen, welches am Ende nur Entscheidungen anderer Instanzen abnicken darf.

veröffentlicht am 27.11.2008 um 00:00 Uhr

Sport - wie hier bei der Boxabteilung der VTR - ist auch wichtig

Nach dem letzten Treffen hatte sich eine Arbeitsgruppe gebildet, die unter anderem darüber beraten sollte, welche Rechtsform dieses Gremium künftig haben soll und welche Kompetenzen der Sport dafür einfordern möchte. Deren Ergebnisse wurden jetzt in Anwesenheit von Georg Dlugosch als dem verantwortlichen Amtsleiter, dem stellvertretenden Bürgermeister Karl Lange und Ratsfrau Barbara Leibelt-Menzel den Vereinsvertretern durch Karl-Heinz Frühmark von der VTR und Jörg Bressem vom Reitverein vorgestellt. Das Selbstverständnis des vorläufig "AG Sport Rinteln" genannten Unternehmens erläuterte Frühmark so: "Wir fördern den Sport in Rinteln und steigern seinen Stellenwert durch zukunftsorientierte Konzepte, sind Ansprechpartner für Fragen des Sports in Rinteln und vertreten die Interessen der Sportvereine." Damit das nicht nur Wortgeklingel bleibt, soll die AG Sport selbstbewusst einfordern: Wir wirken mit bei der Vergabe kommunaler Mittel an Sportvereine, unterstützen die Vereine bei der Beantragung überörtlicher Fördermittel und wirken maßgeblich mit bei Planung und Bau von Sportstätten und deren Ausstattung." Während Leibelt-Menzel in der Diskussion dieses Selbstverständnis durch die politische Intention des "runden Tisches" abgedeckt sah, prophezeite Karl Lange als alter Hase im kommunalpolitischen Geschäft: "Das wird gerade gegenüber den Ortsräten schwer zu vermitteln sein" - zumal Frühmark unmissverständlich eingefordert hatte: "Dazu werden Politik und Verwaltung Kompetenzen an uns abtreten müssen!" Jörg Bressem erläuterte anschließend die Notwendigkeit einer Institutionalisierung als Verein: "Mit Satzung, Gemeinnützigkeit und allem Drum und Dran, schon aus Haftungsgründen." Dabei strebe man keinen Alleinvertretungsanspruch an, setze aber darauf, dass möglichst viele Vereine beitreten, "damit wir mit einer Stimme sprechen können". Dies setze allerdings auch voraus, das eine quantitative Gewichtung erfolge: "Die kleinen Vereine sind mit einer Stimme vertreten, größere mit zwei oder drei- bis maximal fünf wie die VTR mit ihren über 2000 Mitgliedern. Hierdurch ergebe sich ein ausgeglichenes Gewicht mit derzeit 27 Stimmen für die neun großen Vereine - ebenso viel wie für die 27 kleineren. Für die DLRG und Vereine mit ähnlicher Struktur forderte FrankRosendahl, auch solche Sportarten angemessen zu berücksichtigen, die aufgrund anderer Verbandsstrukturen nicht im Kreissportbund vertreten sind - ein Verlangen, das auf allgemeine Zustimmung stieß. Wilfried Stock von den Einwohnerschützen sah die Gefahr, dass kleinere Vereine dabei "untergebuttert werden könnten" - wogegen mit dem Hinweis argumentiert wurde, gerade diese hätten womöglich bessere Chancen, wenn gemeinsame Kriterien für die Förderungswürdigkeit entwickelt würden: "Daran müssten sich ja dann alle bei ihren Empfehlungen orientieren". Die Probe auf das Exempel wäre hierfür sicher die Frage nach der Zukunft des Steinangers gewesen. Vom Budo-SV hinterfragte Jochen Siekmann die Notwendigkeit einer festen Vereinsstruktur statt einer lockeren AG, stimmte dann aber selbst bei der Frage nach einem Meinungsbild unter den anwesenden Vereinen einer organisierten Struktur zu - wie nahezu alle rund 40 Anwesenden. Über die Verwaltung sollen nunmehr alle Vereine aus den Ortsteilen angeschrieben werden - wobei sie durchaus noch Einfluss auf den Gründungsprozess geltend machen können. Auch über die Namensfrage ist noch nicht entschieden. Um die Hürde für den Eintritt niedrig zu halten, soll kein Beitrag erhoben werden. Für die laufenden jährlichen Kosten ("im vierstelligen Bereich") hat man schon einen Zahlmeister ausgeguckt: "Die Stadt Rinteln - schließlich sind wir keine Bittsteller, sondern leisten ja zum Teil auch eine Aufgabe für sie!"

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