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Wittenberger Botenläufer erinnern an die Reformation / Elsbeere und Eiche in Bad Eilsen gepflanzt

Rund 465 Kilometer - und im Kurort ist Schluss

Bad Eilsen/Wittenberg (sig). Sie waren außerordentlich pünktlich - die Botenläufer aus Wittenberg in Sachsen-Anhalt. Sie haben den weiten Weg aus der Lutherstadt innerhalb von fünf Tagen zurückgelegt. Das sind immerhin stattliche 465 Kilometer. Über Quedlinburg, Goslar, Werningerode, Höxter und Holzminden führte der Weg nach Bad Eilsen. In den Nachmittagsstunden des 1. Mai trafen sie vor der Christuskirche ein.

veröffentlicht am 03.05.2007 um 00:00 Uhr

Dr. Ulrich Pfingsten (l.)überbringt die Grüße des Wittenberger P

Die bei herrlichem Sonnenschein eintreffenden Gäste wurden von Pastor Reiner Rinne und Bürgermeister Horst Rinne sowie zahlreichen Eilsern empfangen. Die 20 Wittenberger Botenläufer waren nicht zu übersehen, denn ihr "Wams" passt nicht in unsere Zeit. Die Bekleidung war nach historischen Vorlagen so geschneidert, wie sie vor 500 Jahren in der Lutherstadt getragen wurde. Dr. UIrich Pfingsten, der ehrenamtlich tätige Kulturbeauftragte von Wittenberg, verlas eine Botschaft des Propstes der Stadt- und Schlosskirche, Siegfried Kasparick, an die "Schwestern und Brüder in Bad Eilsen". Darin heißt es: "Die Botenläufer haben sich auf den Weg gemacht, um die Verbindungen zwischen Bad Eilsen und Wittenberg zu befestigen, um auf europäische Wege hinzuweisen und um die Reformationsdekade ins Bewusstsein zu rufen." Diese Dekade beginnt 2008 und endet 2017. Sie erinnert daran, dass Martin Luther im September 1508 nach Wittenberg kam und dort am 31. Oktober 1517 die 95 Thesen verkündete, mit denen die Reformation ihren Anfang nahm. Kasparick erinnerte in dem Brief daran, dass man sich auf den Weg gemacht habe, die Gemeinschaft der Kirchen in Deutschland zu entwickeln und dafür zu sorgen, dass die Reformation nicht nur ein historisches Ereignis bleibt. Gemeinsam seien nach 500 Jahren Fragen zu beantworten: Wo stehen Christen und Nichtchristen, die Christen verschiedener Konfessionen und Kulturen, diejenigen aus Ost und West und die aus Wittenberg und Bad Eilsen? Mehr weltlicher Art waren die Grüße, die der Oberbürgermeister von Wittenberg, Eckard Naumann, übermitteln ließ. Auch er steht der Partnerschaft zwischen den beiden Orten positiv gegenüber. Nach Möglichkeit sind es überregionale Radwege, auf denen sich die Läufer fortbewegen. Die letzte Etappe vor der Ankunft in Bad Eilsen legten die Gäste aus Sachsen-Anhalt auf dem Radweg entlang der Weser zurück. Die 465 Kilometer, die in fünf Tagesetappen geschafft werden, absolvierten die Teilnehmer als Staffellauf; die Tagesleistung beträgt 30 bis 40 Kilometer. Diesmal waren etliche von denen, die im Kurort eintrafen, bereits 70 Jahre und älter. Zur Erinnerung an das Treffen in Bad Eilsen wurde vor dem Pfarrhaus eine Elsbeere gepflanzt und eine Eiche im Kurpark. Mit einer Zusammenkunft im Gemeindehaus endete die Begegnung. Die meisten Läufer verließen den Kurort am gleichen Tag.

Bürgermeister Horst Rinne (l.) und Pastor Reiner Rinne pflanzen
  • Bürgermeister Horst Rinne (l.) und Pastor Reiner Rinne pflanzen ein Bäumchen, das die Gäste mitgebracht haben.


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