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Die Bürgermeister-Kandidaten: Der 38-jährige Oliver Schäfer tritt für die SPD an

"Ruhig und sachlich - so bin ich auch erzogen"

Obernkirchen. Hätte sein Vater damals nach dem Umzug von Rolfshagen nach Obernkirchen für seinen Sohn nicht eine Sondergenehmigung eingeholt, damit dieser weiterhin auf das Gymnasium in Rinteln gehen kann, Oliver Schäfer wäre heute wohl nicht Bürgermeisterkandidat seiner Partei. Denn es waren die politisch tätigen Lehrer am Gymnasium, die den angehenden Abiturienten beeindruckten: Herbert Röhrkasten, Wolfgang Foerstner. Gerlinde Göldner-Dorka. "Man hat ja im Unterricht auch mal über die Tagespolitik gesprochen", erinnert sich der gebürtige Auetaler. 1991 ist er dann der SPD beigetreten, seine Frau ist gleich mitgekommen.

veröffentlicht am 25.07.2006 um 00:00 Uhr

Oliver Schäfer sammelt Flaggen. Und besitzt sogar eine eigene Fa

Autor:

Frank Westermann

Um das Amt des Bürger meister-Kandidaten hat er sich nicht gerissen, ganz im Gegenteil, er war Mitglied der Findungskommission, die den Landkreis nach geeigneten Bewerbern absuchte. Es wurden auch welche gefunden, doch die schlechte Großwetterlage (Rot-Grün im Umfragetief) und auch die Angst, an der Urne vom Wähler gewogen und dabei als zu leicht empfunden zu werden, haben mögliche Kandidaten abgeschreckt. "Da habe ich mich dann entschlossen, die Herausforderung anzunehmen", sagt der Junior in den Reihen der Opposition. Und trotz des engen finanziellen Spielraums, der nur wenig Gestaltungsmöglichkeiten bietet, freut er sich auf das Amt: "Unmittelbarer kann man sich gar nicht einmischen." Und: "Stellen Sie sich vor, alle haben kein Interesse an Kommunalpolitik." Natürlich setzt er dabei auch auf die Wähler: Schäfer ist der einzige, der in der traditionell sozialdemokratischen Bergstadt überhaupt daran denken darf, nach der Wahl im Stadtrat mit einer SPD-Mehrheit arbeiten zu können: "Alle anderen müssten im Falle eines Sieges stets neue Mehrheiten suchen." Verwaltungserfahrung hat er natürlich kaum, auch wenn er im Rathaus mal ein Praktikum absolviert und sich dort nach dem Abitur beworben hat (die Volksbank war mit ihrer Zusage schneller, 1990 machte er dort seinen Abschluss zum Bankkaufmann), so werde sich die Arbeit im Rathaus in einem wichtigen Punkt so oder so ändern: Hin zum kaufmännischen Denken - "und das habe ich ja gelernt." Außerdem stehen zwei Generationswechsel an, die dem 38-Jährigen nützen könnten: Im Rathaus werden einige der wichtigsten Leute in den Ruhestand oder in Altersteilzeit gehen, in der Politik hat die SPD junge Leute aufgestellt, mit denen sich Schäfer eine Zusammenarbeit gut vorstellen kann. SeinenStil will er nicht ändern: Ruhig und sachlich will er bleiben, "weil ich auch so erzogen bin." Dass viel, viel Arbeit auf in wartet, wenn er den Chefsessel einnehmen wir, ist Schäfer völlig klar: "Wir müssen viel tun, damit Obernkirchen wettbewerbsfähig bleibt."

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