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"Naturnahe Bestattung" bald auch auf dem reformierten Friedhof

Ruhestatt am Fuß der Säuleneiche

Rinteln (ur). Selbst Friedhöfe als Orte der letzten Ruhe sind dem Wandel der Zeit ausgesetzt - und so macht sich jetzt auch die evangelisch-reformierte Gemeinde in Rinteln behutsam daran, Neuerungen auf ihrem Gottesacker an der Ostcontrescarpe umzusetzen.

veröffentlicht am 24.08.2006 um 00:00 Uhr

Das Grundstück wird seit mehreren hundert Jahren für Bestattungen genutzt und ist mit wunderbaren alten Bäumen versehen, die zum Teil bereits offiziell in den Rang von Naturdenkmälern erhoben wurden. Nach nunmehr dreißig Jahren wird jetzt die Friedhofsordnung neu gefasst. Wie schon bisher können auf den Wahlgrabstätten Särge und Urnen bei einer Ruhe- und Pflegezeit von 30 Jahren beigesetzt werden, wobei auch individuelle Grabmäler und Bepflanzungen möglich sind. Ein Novum ist allerdings, dass in Zukunft auch dem Wunsch nach Grabstätten Rechnung getragen wird, die nicht selbst gepflegt werden müssen. Dies gilt allerdings zunächst nicht für Erdbestattungen, sondern nur für Urnenreihen im Eingangsbereich des Friedhofs, wo für 20 Jahre eine Steinplatte mit Namen und Lebensdaten dafür sorgt, dass in würdiger und dennoch kostengünstiger Weise an den Verstorbenen erinnert wird. Nach Ablauf dieser 20 Jahre werden die Aschenreste direkt der Erde anvertraut. Ulrich Neuser als Kirchenratsvorsitzender stellte jetzt noch eine weitere Neuerung vor: "Wir starten ein Projekt Naturnahe Bestattung. Aschen in einer verrottbaren Umhüllung können am Fuß der größten Säuleneiche vergraben werden. Eine eigene Metallplakette erinnert für mindestens 20 Jahre an die Verstorbenen." Man erhoffe sich davon eine Alternative auch für Gemeindemitglieder aus der weiteren Umgebung, für die klassische Beisetzungen mit jahrzehntelanger Verpflichtung zur Grabpflege ein Problem darstellen könnten.

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