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Bau- und Planungsausschuss segnet Vorhaben unter Vorbehalt ab

Ruheforst: 99 Jahre wird der alte Buchenbestand nicht angetastet

Bückeburg (rc). Der Bau- und Umweltausschuss hat sich in einer Sitzung einstimmig für die Anlage eines sogenannten Ruheforstes im südwestlichen Bereich des Harrls oberhalb der Harrler Trift ausgesprochen. Allerdings steht die zu erteilende Baugenehmigung unter dem Vorbehalt, dass sich die Stadt mit der Friedhofssatzung und der erforderlichen Widmung des Gebietes mit dem Betreiber des Ruheforstes, der Fürstlichen Hofkammer einigt. Denn auf ihrem Grund und Boden wird der Ruheforst eingerichtet. Friedhöfe dürfen aber nur unter kommunaler und kirchlicher Trägerschaft betrieben werden. Zu klären ist also vor allen Dingen, ob die Stadt die Kosten, die bei ihr für die Verwaltung des Friedhofs anfallen, auch zurückerstattet bekommt.

veröffentlicht am 22.04.2008 um 00:00 Uhr

An der Lage und Gestaltung des Ruheforstes gab es seitens des Ausschusses wenig zu kritisieren. Das 13,5 Hektar große Areal liegt zwischen Südweg, Weg von der Harrler Trift hinauf zum Südweg und einem Weg am Neubaugebiet Sprekelsholzkamp. In diesem Waldbereich steht alter Buchenbestand, der nach den Planungen der Hofkammer und den zu unterzeichnenden Verträgen auch für die kommenden 99 Jahre nicht angetastet werden darf. In diesem Gebiet werden an besonders prägnanten Baumgruppen sogenannte Ruhebiotope in einer Größe von rund 150 Quadratmetern ausgewiesen. Hier können die Urnen der Verstorbenen beigesetzt werden: entweder einzeln, in Gruppen oder in ganzen Familienverbänden. Friedhofsschmuck wie Kränze, Kerzen, Blumengestecke oder -sträuße sind nicht erlaubt. Lediglich kleine Namensschilder dürfen an den Bäumen angebracht werden. Die Urnen, aus kompostierbarem Material, müssen mindestens 50 Zentimeter tief bestattet werden. Durch das Gebiet sollen mehrere kleinere Wege die Trauernden zu den Ruhebiotopen führen. Ansonsten wird der Baumbestand - bis auf kleinere Pflegemaßnahmen - in Ruhe gelassen. Erschlossen wird der Ruheforst über die Straße Harrler Trift, an deren oberen Ende der bereits vorhandene Parkplatz auf 25 Stellplätze erweitert wird. Dort werden Info-Tafeln errichtet, etwas weiter inden Wald hinein kommt ein kleiner Andachtsplatz, wo vor der Bestattung kleinere Gedenkfeiern für den Toten stattfinden können. Da der Ruheforst im Landschaftsschutzgebiet Harrl liegt, ist eine Sondergenehmigung des Landkreises notwendig. Sie liegt nach Auskunft des Bauamtsleiters Karlheinz Soppe bereits vor.



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