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Familie, Freunde und Ehrengäste gratulieren dem gebürtigen Möllenbecker

Rückblick auf ein bewegtes Leben: Walter Schaper feiert 100. Geburtstag

Rinteln (mld). Als er das erste Mal das Seniorenheim in der Landgrafenstraße betrat, hat das Heim Walter Schaper an sich sehr gut gefallen. Es gab für ihn nur einen Nach-teil: "Das sind ja alles alte Leute hier!", bemerkte er. Das war vor elf Jahren, und Walter Schaper hatte gerade seinen 89. Geburtstag gefeiert. Inzwischen ist er zwar einer derältesten Bewohner des Seniorenheims, doch zugleich einer der rüstigsten: So ließ er sich gestern den Sekt genauso wenig nehmen wie die herzliche Begrüßung seiner Gäste - schließlich wurde sein 100. Geburtstag gefeiert.

veröffentlicht am 24.10.2007 um 00:00 Uhr

Herzliche Glückwünsche: Mit Dorothea Erdniß verbindet Walter Sch

In diesem Jahrhundert hat Walter Schaper alles erlebt, was Deutschlands Gegenwart geprägt hat: Aufkommen und Zerfall von Regierungen, Beginn und Ende von zwei Weltkriegen, Teilung und Wiedervereinigung des Landes, die Technologisierung und Globalisierung des Alltags. Auch Walter Schaper blickt auf eine bewegte Geschichte zurück: Geboren in Möllenbeck, war er das zweitälteste von vier Kindern. Acht Jahre lang besuchte er die Volksschule in seinem Heimatort, bevor es ihn nach Hameln zog, wo er in die Polster- und Sattlerlehre ging. Sein Beruf brachte ihn schließlich nach Stade, wo er Geselle wurde. Es kam die Zeit der Weltwirtschaftskrise, und die hohe Arbeitslosigkeit verschonte auch Walter Schaper nicht. Doch er blieb nicht tatenlos, sondern schloss seine Lehre mit einem Meistertitel ab und zog 1935, kurz nach seiner Hochzeit mit einer Möllenbeckerin, nach Eimbeckhausen, wo das Ehepaar noch im selben Jahr eine Tochter bekam. 61 Jahre lang hielt es Walter Schaper dort, 37 Jahre davon allein in der Möbelpolsterei Benze, wo Schaper bis zu seiner Pensionierung als Polsterer beschäftigt war. Bewegt jedoch blieb sein Privatleben: 1945 verlor er seine erste Frau, heiratete zwei Jahre später erneut. Seine Tochter, das einzige Kind Schapers, ging 1962 in die USA, wo sie bis heute lebt, jedoch so oft wie möglich ihren Vater in Rinteln besucht. Zur Feier konnte die heute 72-Jährige wegen einer schweren Krankheit jedoch nicht kommen. Seine Familie blieb Schaper aber immer wichtig: 1996, als auch seine zweite Frau starb, zog er zurück nach Rinteln, um in der Nähe seiner 18 Jahre jüngeren Schwester zu sein. Sie bewohnt zusammen mit ihrem Sohn das elterliche Haus in Möllenbeck. So konnte Walter Schaper gestern das große Fest im Kreise seiner Familie und seiner Freunde begehen und auf ein langes Leben zurückblicken. Persönlich gratulierten Pastor Heiko Buitkamp, Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz, die stellvertretende Landrätin des Landkreises, Helma Hartmann-Grolm, sowie der stellvertretende Ortsbürgermeister Veit Rauch. Die größte Freude über persönlich überbrachte Glückwünsche gebührten jedoch dem Schwiegersohn seines ehemaligen Arbeitgebers, der eigens aus Eimbeckhausen angereist war und den Toast aussprach: "Walter Schaper ist seit 1972 pensioniert. Doch er ist immer in unseren Herzen undKöpfen geblieben!"

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