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Trecker-Oldtimer-Schau auf dem Gut von Münchhausen / Auetaler bei Wettbewerb auf Platz zwei

Ruckzuck-Balanceakt mit betagtem MAN

Apelern (ede). Sie haben 60 Jahre und mehr auf dem Buckel, zum alten Eisen gehören sie jedoch längst noch nicht. Die Rede ist von alten Treckern, die sich im Schaumburger Land immer größerer Beliebtheit erfreuen. 100 von ihnen, darunter wahre Raritäten, waren auf dem Gut von Münchhausen bei der zweiten Ausstellung des Apelerner Treckerclubs zu sehen.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 15:42 Uhr

Geschickt: Detlef Rauhut aus dem Auetal hält gleich beim ersten

Mehrere hundert Schaulustige fanden sich ein und staunten nicht schlecht, als sie die zumeist gepflegten und fahrtüchtigen Trecker aus den 30er und 40er zu sehen bekamen. Höhepunkt war ein Parcours, an dem sich außer den Treckerfreunden auch die Besucher versuchen konnten. Ob Deutz, Fendt oder Schlüter - praktisch alle namhaften Hersteller waren bei der vom Apelerner Treckerclub in Zusammenarbeit mit befreundeten Treckerclub der Samtgemeinde Nenndorf organisierten Schau vertreten. Zu sehen gab es eine Menge. Etwa wie der Treckerfreund Detlef Rauhut von den Treckerfreunden Auetal einen MAN auf der Wippe im Gleichgewicht hielt und sich dabei freute wie ein kleines Kind. Auf den Titel sei er aber nicht aus, sagte er. "Es geht mehr um den Spaß." Den hatte auch Dieter Wille von den Treckerfreunden Nenndorf. Fast diebisch freute er sich, wenn er seinen alten Deutz aus dem Jahr 1950 ankurbelte und dabei dem elf PS starken Trecker mit ein paar schnellen Drehungen zu neuem Leben verhalf. Fast noch mehr Spaß, so schien es zumindest, hatte Wille, wenn er zum Erstaunen mancher Besucher einen Selbstzünder in die Luft streckte und anschließend erklärte, dass "ohne den gar nichts läuft" - wie er dann auch vor aller Augen eindrucksvoll demonstrierte. Als wahrer Hingucker entpuppte sich der Humboldt-Deutz am Eingang. Der Trecker von Ernst Ramme aus Reinsdorf durfte an dem Tag für sich in Anspruch nehmen, der Älteste auf den Gelände zu sein. Ein Informationsschild, das der Besitzer nicht ohne Stolz angebracht hatte, verriet das Baujahr 1934 und den Preis: damals 8788 Reichsmark. Nicht weniger Aufsehen erregte der alte "Schlüter" aus dem Jahre 1948, den Wolfgang Reiners von den Alttraktorenfreunde Friedrichshöhe mitgebracht hatte. Ein seltenes Fahrzeug, dessen Motor nach dem patentierten Schwenkkammerverfahren lief. Warum die Oldtimer so viele Leute anziehen, erklären die Nenndorfer Mario Kiltsch und dessen Kollegen Heiner Rohrßen mit deren Seltenheit: "Die alten Trecker sind längst von der Bildfläche verschwunden sind." Die beiden haben schon die nächste Ausstellung im Blick. Die Treckerfreunde wollen Ende Mai 2008 nach Ohndorf oder Hohnhorst einladen. Die Apelerner wollen selbstverständlich auch mit von der Partie sein.

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